Als nächstes stand der Monkey Park auf unserer Liste. Etwas weiter abgelegen vom Zentrum, nämlich in oder viel mehr auf dem Berg Arashiyama, findet man diesen Park. Wie der Name schon sagt, kann man dort Affen bewundern, nämlich die Japanmakak.
| Die Gegend ist sehr schön. Weit weg von der Innenstadt kann man hier Natur genießen. |
| Seine Ruhe hat man trotzdem natürlich nicht, der Ort ist voller Touristen und nahegelegen sind kleine Straßen voller Souvenirshops |
Da ich Zoos nicht gerne mag, oder andere Orte wo Tiere nicht artgerecht gehalten werden, war ich erstmal skeptisch als ich diesen Park ganz oben in den Sehenswürdigkeiten von Kyoto - ganz ab von Kultur - gefunden habe. Aber dieser Park ist wirklich richtig toll! Denn hier läuft die ganze Sache andersrum: Die Affen laufen frei rum und haben ein rieeeeeeesiges Areal auf dem sie sich bewegen können und die Menschen kommen in einen Käfig und können nicht überall hin.
Außerdem herrschen dort sehr strikte Regeln. Aber dazu später mehr.
Um den Park überhaupt zu erreichen, muss man natürlich auf den Berg kommen und der Aufstieg ist zwar nichts gegen den Fuji, aber auch kein leichter Spaziergang.
| Das Schild sagt "ganbare", heißt soviel wie "Gib alles/Gib nicht auf!" |
Wenn man den Aufstieg geschafft hat, wird man nicht nur mit einer tollen Aussicht belohnt, sondern auch mit den ziemlich coolen Affen, die seeehr respekteinflößend sind.
| Der "Menschenkäfig" von oben |
Und somit kommen wir auch schon zu den oben angesprochenen Regeln:
| Nicht in die Augen schauen/starren, nicht anfassen, nicht außerhalb des Menschenkäfigs füttern, nichts rumliegen lassen |
Und man tat besser daran, diese Regeln einzuhalten, denn davon abgesehen, dass alle paar Meter ein Wärter stand, der die Gäste in seinem Bereich scharf beobachtete, war mit den Affen wirklich nicht zu spaßen. Ich jedenfalls wollte mich nicht mit einem dieser Affen anlegen, also habe ich immer brav an ihnen vorbeigeguckt.
| Der tut nur so unschuldig! |
| Wer findet die zwei Affen auf diesem Bild? |
| Das Affenbaby hätte ich am liebsten geklaut |
Ich habe mir anfangs noch die Mühe gemacht, die Nüsse extra aus der Schale zu knibbeln, bis ich gesehen habe, wie flink diese Affen sind. Die nehmen einfach die gesamte Nuss samt Schale in den Mund und innerhalb von einer Sekunde plumpst die Schale, ohne Nuss, wieder raus. Genauso lief das mit den Bananenstücken. Richtige Mundakrobaten.
Ich habe mir die Fütterung eigentlich so vorgestellt, wie bei einem Hundewelpen, dem man versucht ein Leckerchen zu geben, ohne seine Hand zu verlieren. Aber nein, die Affen haben das Futter ganz langsam und artig aus der Hand genommen. Und das sind wilde Affen. Zwar wird seit der Eröffnung des Parks in 1958 für jeden Affen sozusagen ein Stammbuch geführt, aber sie sind nicht in Gefangenschaft. Der abgetrennte Parkbereich ist im Vergleich zum restlichen Bereich des Berges ziemlich klein und dort kommen nur die Affen hin, keine Menschen. So waren auch nur ein Bruchteil der dort lebenden Affen gerade im Park und haben sich bewundern und füttern lassen. Die anderen hatten sich zurückgezogen.
So sollte ein Zoo meiner Meinung nach auch funktionieren: Menschen müssen in einen kleinen, abgesperrten Bereich, innerhalb eines artgerechten Gebiets kommen und die Tiere können kommen wenn sie Lust haben und genauso gut wieder gehen, ohne eingesperrt und beglotzt zu werden.
Zu guter letzt habe ich noch ein kurzes Video:
Nach dieser tollen Erfahrung ging es dann zu dem Ort in Kyoto, auf den ich mich am aller meisten gefreut habe: Zum Fushimi Inari Schrein, mit seinen tausenden Torii. Auch hier muss man auf einen Berg klettern, um alles zu sehen, aber es lohnt sich wirklich. Man wird per Treppen auf die Bergspitze geführt, vorbei an großartiger, ursprünglicher Waldlandschaft, japanischen Gräbern, vielen tollen Fuchsstatuen (der Schrein ist dem Sake/Reisgott gewidmet und der Fuchs ist sein Bote) und natürlich den tollen, orange-schwarzen Torii.
Ich habe hier besonders viele Fotos gemacht.
| Der Platz auf dem der Schrein steht |
| Die kleinen Torii am Anfang, hier wurde eine Szene aus "Memoirs of a Geisha" gedreht |
| Die Füchse hatten oft Schlüssel im Mund. Das sollen die Schlüssel zu Getreidespeichern sein. |
| Außer Schlüssel tragen sie auch Schriftrollen |
| Oder Bälle |
| Einer der vielen Friedhöfe |
| Die Aussicht ganz oben |
Das Wetter an dem Tag war richtig toll, die Sonne schien und so sind die Fotos auch richtig gut geworden. Definitiv eins meiner tollsten Erlebnisse in Japan. Übrigens leben dort auf dem Berg Menschen. Sie verdienen sich ihr Geld in kleinen Lädchen, die meist unten in ihrem Privathaus sind. Dort kann man bei Tee eine Pause machen, oder Souvenirs kaufen. Ich habe mir einen von einem solchen Bewohner selbst geschnitzten Fuchs-Schlüsselanhänger gekauft, der richtig toll aussieht (leider schon sicher im Koffer verpackt, daher kein Foto).
Als nächstes ging es zum Nijo-Schloß. Das Besondere an diesem Schloß war der sogenannte "Nachtigallen Boden". Im gesamten Schloß machte der Boden Geräusche, wenn man darauf lief, so wussten damals die Einwohner, wenn sich jemand unerwünscht Zutritt verschafft hat.
Wahrscheinlich mussten Ninja damals den Nachtigallen-Boden-Test bestehen, wenn nichts gequietscht hat, haben sie ihr Examen bestanden, oder so.
| Ein Bild von unten: Ich habe keine Ahnung, wieso der Boden Geräusche macht |
Von Innen durfte man mal wieder keine Fotos machen. Dafür war der Garten aber schön und Fotos erlaubt:
| Der Stein, der hier senkrecht im Boden steht hat mich an Zelda erinnert. Für alle, die Twilight Princess gespielt haben :D |
| Natürlich gab es auch hier Unmengen an Sakurabäumen |
| Sonnenkringel, yaaay |
Als vorletztes stand dann der schon erwähnte goldene Pavilion auf unsrer Liste.
Viel mehr durfte auch nicht mehr kommen, denn man muss in Kyoto für so ziemlich alles 400Yen Eintritt bezahlten. Was an sich nicht viel ist (ungefär 2,80€), aber es läppert sich.
Also, der Kinkakuji. Hübsch anzusehen und voller Touristen. Mehr war dort aber auch nicht.
| Ganz vorn am Ufer sind ziemlich viele Kois zu sehen |
| Einen Koi bekommt der zum Glück nicht runter |
Zu guter Letzt haben wir einem japanischen Steingarten dann noch einen Besuch abgestattet.
500 oder 600 Yen Eintritt waren es, ziemlich teuer dafür, dass man dort eigentlich nichts Dolles sehen konnte. Dafür war es dort ganz still und man konnte etwas entspannen.
| Entspannung pur. Man beachte meine Shinchan Socken, die ich ziemlich toll finde. |
Um den Teil Kyoto abzuschließen, noch zwei Bilder unseres Chaoszimmers:
Danach ging es mit Jetstar weiter nach Teil 3: Okinawa!
Wunderschöne Fotos und gelungene Kommentare. War wieder toll, mein Kind.
AntwortenLöschenMama