Ich hatte mein erstes Vorstellunsgespräch in Japan! Und zwar habe ich ein Jobangebot als englischsprechende Kunst"lehrerin" gefunden, die einmal die Woche für 1 1/2 Stunden mit Schülern einer internationalen Schule arbeiten soll.
Hörte sich interessant an, also habe ich mich beworben und bin eingeladen worden.
Die Schule ist, wie alles hier, natürlich wieder ewig weit weg gewesen (in Azabujuban) und ausgerechnet an dem Tag musste Mr. GPS (aka Sven) arbeiten. Das bedeutete für mich, dass ich das erste Mal alleine quer durch Tokyo fahren musste, inklusive Umsteigen und Laufwege. Yay genau mein Spezialgebiet, da ich ja noch nie in den falschen Bus/Zug gestiegen bin, geschweige denn mich verlaufen habe.... *Ironie off*
Ja, das war eine Herausforderung, deshalb habe ich, deutsch wie ich bin, 50 Minuten Puffer in meinen Zeitplan mit einberechnet, falls ich mich verlaufe. Um so banale Sachen wie "Zug verspätet sich " etc. muss man sich hier ja keine Sorgen machen, denn die Züge sind in den zwei Monaten die wir hier sind IMMER pünktlich gewesen und nie stand der Verkehr still.
Selbstverständlich war das an diesem Tag völlig anders. Ich laufe also rechtzeitig los, bin sehr stolz auf mich, da ich den ersten Weg zum ersten Bahnhof ohne Probleme gefunden habe, der Zug kam auch pünktlich, ich steige ein und.... "Sehr veehrte Fahrgäste, wegen eines Personenunfalls endet dieser Zug an der nächsten Station." (so in etwa jedenfalls). Erst dachte ich mir nichts dabei... die machen halt eben sauber und dann gehts weiter. Von wegen! Der gesamte Zugverkehr stand still! An der vorzeitigen Endstation wurde es voller und voller, alle telefonierten und sagten Termine ab. Ich habe erstmal keinen Anruf getätigt, denn ich hatte ja meine 50 Minuten Puffer. Die haben sich als meine Rettung herausgestellt, denn wir saßen dort über 30 Minuten fest. Danach musste ich wirklich hetzen, weil ich keine Zeit mehr hatte um mich zu verlaufen. Die letzte Strecke vom Bahnhof zur Schule war noch einmal richtig kompliziert, denn Azabujuban ist echt groß.
Nervlich völlig am Ende und verschwitzt (es waren an dem Tag 38°) kam ich 5 Minuten zu früh an.
Dafür dass ich mich nicht vorbereitet hatte, lief das Gespräch auch ganz gut, aber ich denke ich bekomme den Job nicht, weil die Dame sehr oft wiederholt hat "Oh, Sie leben aber wirklich weit weg, oder?". Das schien ein Manko zu sein.
Wie auch immer, morgen habe ich das nächste Vorstellungsgespräch als Englisch->Deutsch Übersetzer von Videospielen bei einer Firma, die unter anderem Baten Kaitos lokalisiert hat! Trotz dessen, dass sie nur Übersetzer mit Erfahrung gesucht haben, wurde ich eingeladen.
Große Hoffnung mache ich mir nicht, aber ich freue mich riesig, dass ich überhaupt eingeladen wurde und dass sich mir die Chance bietet. Ich bin so oder so einen Schritt näher an meinen Traumberuf gekommen, ob ich den Job letzendlich bekomme oder nicht.
Aber genug von der Arbeit!
Wir waren mal wieder am Strand von Zushi, wie schon angekündigt und diesmal hat es irgendwie wenig Spaß gemacht. Von unserer Gruppe einmal abgesehen, die sehr lustig war und mit der wir viel Spaß hatten, war es am Strand jetzt einfach ... unerfreulich, was die ansonsten so großartige japanische Gastfreundschaft und Höflichkeit angeht.
Erst einmal: Jetzt ist dort Saison. Das scheint Grund genug zu sein, um plötzlich für ALLES Geld zu verlangen und zwar nicht zu wenig und dubiose Regeln aufzustellen. Zum Beispiel für die Nutzung des Sonnenschirms, knapp 13€ und es ist verboten etwas eigenes aufzustellen, sodass man schon fast dazu gezwungen wird zu bezahlen, es sei denn man findet es toll von der Sonne gebraten zu werden. Dann knapp 5€ (!!) für die Benutzung der Duschen und auf einmal waren auch keine Tattoos mehr am Strand erlaubt - darüber habe ich aber nur herzhaft gelacht, denn da scherte sich echt niemand drum. Dazu kommt, dass die Besitzer der Bars es nicht einmal zugelassen haben, dass man sich hinter (!) ihren Bars - wo wirklich nichts ist was man hätte stehlen/kaputt machen können - umzieht, damit man wenigstens ein bisschen Privatsphäre hat und nicht jeder einen auf den Arsch gucken kann. Was soll das? Jede noch so unfreundliche Wuppertaler Mutti hätte ihren Kunden mit einem kurzen Grunzen zu verstehen gegeben, dass das okay ist, solange es nicht lange dauert und es sich nur ums Umziehen handelt. Für die Herrschaften war es aber aus welchem Grund auch immer zu viel des Guten. Sehr ernüchternde Erfahrung.
Abgesehen davon habe ich trotz Sonnencreme wieder eine allergische Reaktion gehabt und diesen windpockenartigen Ausschlag bekommen, wenn auch nicht ansatzweise so doll wie letztes Mal. Ich vermute es liegt daran, dass das Wasser dort einfach total verdreckt ist und nicht irgendwelche Viecher, die mich beißen.
Außerdem habe ich Bekanntschaft mit einer Feuerqualle gemacht, die ihre Tentakel einmal rund um meinen Oberarm gewickelt hat. Das tat auch Tage danach noch echt weh, Holla die Waldfee.
Das einzig tolle, neben unserer lustigen Gruppe, waren tausende von recht großen Fischen, die an der Wasseroberfläche die Algen weggefressen haben. Man konnte relativ nahe an sie heranschwimmen und sie beobachten. Leider weiß ich nicht, was für Fische das waren... nur dass es wirklich tausende gewesen sind.
Der ganze Tag endete damit, dass Sebastian und Yumi ihre Hüte gesucht haben und partout nicht finden konnten, bis sie einen Blick in die dortige Bar geworfen haben: Zwei besoffene Japaner dachten sich, es wäre lustig auf Beutetour zu gehen und haben sich die Hüte einfach mal mitgenommen. Das war für mich in Sachen Zushi der "Todesstoß", ich habe keinen Bock dort noch einmal hinzufahren.
Trotzdem zwei Fotos
Ansonsten war ich die Tage mit ein paar Mädels aus dem Guest House in einem Baseball Center, um zu "üben". Das war das erste Mal, dass ich nen Baseballschläger in der Hand hatte, die anderen hatten es auch erst ein paar mal gemacht und dementsprechend war es für uns schon ein Erfolg, wenn wir den Ball überhaupt mal getroffen haben. Eigentlich haben wir aber mehr Blödsinn gemacht, als ernsthaft zu üben.
Daher war es umso lustiger:
| Bei einem meiner Schläge ging auf einmal diese Anzeige an und so ein Jingle wurde gespielt. Anscheinend habe ich nen Homerun geschlagen, ehrlich gesagt weiß ich aber nicht wann und wie :D |
| Baseballschläger-Katana-Style :D |
| Ein bisschen Posing muss sein |
Weil wir ja unglaublich hart trainiert haben, sind wir danach Sushi futtern gegangen.
Zwischenzeitlich waren wir auch noch einmal in Shinjuku, weil dort sozusagen "Tag der offenen Tür" von einem Karateclub war. Sumins Freundin ist dort Mitglied (sie hat schon den schwarzen Gürtel, wie irgendwie fast alle Mitglieder da) und hat uns eingeladen einmal reinzuschnuppern.
Das Ganze fand in einer japanischen Schule statt. Ein weiterer Kulturschock: Japanische Schulen sind echt sauber, keine Spur von Vandalismus und es ist auch dort verboten, Straßenschuhe zu tragen. Jeder trägt die wohl bekannten Hausschuhe. Abgesehen davon war diese Schule echt schön anzusehen, recht modern und mit viel Grün.
Leider hatte die Sporthalle in der wir Karate geübt haben (es gab mehrere Sporthallen), keine Klimaanlage.
Wir waren nach dem Training klatschnass, aber es hat echt Spaß gemacht.
Sven überlegt, ob er das nun regelmäßig macht.
Und mehr gibt es erstmal nicht zu berichten.






















