Dienstag, 24. Dezember 2013

メリー クリスマス! Frohe Weihnachten!

Weihnachten in Japan.. oder sollte ich lieber sagen: Ein in Japan eigentlich nicht existierendes Fest, immerhin gehören nur etwa 1% der Japaner dem Christentum an (nicht, dass wir Deutsche noch viel auf unsre Religion geben und Weihnachten aufgrund unsrer Frommheit feiern... )

Wenn man als Deutsche ein Jahr hier ist, ist das ganz schön frustrierend:
Es ist nicht kalt genug für Dezember.
Die Läden verkaufen einen Haufen an Weihnachtsdeko, aber keiner feiert Weihnachten.
Alle Leute schmücken ihre Häuser mit drölfzig Tonnen an Leuchtmitteln, aber keiner feiert Weihnachten.
Es gibt keine Feiertage, alles nimmt seinen normalen Lauf.
Und am Ende, also am 31., wird nicht einmal geböllert. 

Man ist also im Dezember in Japan, es wird so langsam kälter, aber nie so richtig kalt. Irgendwann fangen die Läden und die Leute an ihre Häuser mit allerlei blinkendem Kram zu schmücken - für uns Deutsche noch lange kein Grund in Hektik zu verfallen, denn das passiert bei uns ja auch schon gefühlt im September. Man wartet irgendwie auf die ausbrechende Hektik, in etwa "Was zur HÖLLE ist denn in der Stadt heute los? Wieso sind so verdammt viele aggressive Leute unterwegs, mit hundert Taschen im Gepäck... AH! Es ist der 23.12! Whaaaay, morgen ist Heiligabend!... Bwaaaaaaah, ich muss Geschenke kaufen!!!1111"

Aber das passiert nicht, in den Genuss dieses Winks mit dem Zaunpfahl kommt man hier nicht. Alles nimmt seinen normalen Lauf und man muss sich selbst bemühen, um herauszufinden welches Datum es ist.
Dann guckt man also auf den Kalender: Oh, der 23. Dezember!

Darauf folgt unverweigerlich ein Schmollmund und der Kopf sinkt nach unten....(ich garniere das Ganze dann immer noch gerne mit so einem Blick, der nach oben geht.)

Immerhin wird man in der Stadt mit Mariah Careys "All I want for Christmas is You" zugeschallt, von Wham aber keine Spur - und ich liebe Wham an Weihnachten. Ohne "Last Christmas" kommt man doch gar nicht richtig in Stimmung.

Um aber so ein biiiiiiiiiiisschen Weihnachtsfeeling zu bekommen, sind wir mit ein paar Freunden nach Yokohama gefahren. Dort sollte man als Epileptiker im Dezember definitiv nicht hinfahren, denn die Illumination ist echt gewaltig. Noch dazu gibts dort einen netten Weihnachtsmarkt, nach deutschem Vorbild.

Ich bin zu depressiv, um darüber zu berichten. Deshalb lass ich heute jemand anderen für mich schreiben: Lighto-Neko!

Also lehnt euch zurück und lasst euch von ihr mit nach Yokohama nehmen. Vielleicht möchtet ihr noch schnell bei Kentucky Fried Chicken vorbei, um euch Chicken Wings zu holen? Bei euch dürften die ja noch zu haben sein, hier gibts keine mehr. Nein, wollt ihr nicht? Nagut, das kann ich verstehen... okay, dann schnappt euch euren Christstollen und eine Tasse Glühwein und dann kann die Reise durch Yokohama endlich losgehen行こう! Los geht's!
Darf ich vorstellen: Lighto-Neko!



Hallo ihr lieben deutschen Weihnachtsfanatiker und Grinches! Hier ist Lighto-Neko, aber ihr dürft mich einfach Neko nennen. Woher ich Deutsch kann, fragt ihr?! Also bitte, ich bin eine Katze! Pfff, Menschen.... Genug der Worte, gehen wir endlich!


Japan ist in Sachen Illumination wirklich weltklasse. Vielleicht hat ja schon jemand von euch ein japanisches Feuerwerk sehen können: Sachen mit Licht können wir einfach, wir Japaner.


Ich fands schade, nicht eine Stunde später hier angekommen zu sein... Ah Moment...



Hier sehen wir Yokohama Cosmoworld, das ist eigentlich ein Abenteuerpark, der hier mitten in der Stadt ist! Aber an Weihnachten wird auch hier ganz passend geschmückt. Garniert mit den vor Angst schreienden Menschen in der Achterbahn kommt hier echt besinnliche Weihnachtsstimmung auf.
Wer hat eigentlich mit diesem Coca Cola Kram an Weihnachten angefangen? Ah, Coca Cola wahrscheinlich... naja jedenfalls sind die Eisbären und die Trucks auch hier in Japan berühmt. 
Leider hab ich den Menschen in dem riesigen Eisbärenkostüm nicht mit auf dem Bild.



Auf zum Weihnachtsmarkt. Ja, richtig gehört! Wir Japaner finden deutsche Kultur recht interessant. Ihr würdet euch wundern, an welchen Stellen man überall Dinge erblickt, die aus Deutschland kommen.
Das hier zum Beispiel findet man im Yokohamaer Bahnhof, na wem kommt das bekannt vor? Die Rechtschreibfehler mal außen vor...


Wir finden ja, dass wir sehr viel miteinander gemeinsam haben, also ihr Deutschen und wir Japaner. Wir arbeiten viel und sind fleißig, wir können mit anpacken, sind pünktlich und wenn wir etwas herstellen, dann machen wir es richtig. Naja, so ist jedenfalls die Theorie.

Zumindest ist das der Grund, warum wir deutsche Kultur sehr schätzen. Deshalb hat auch der Weihnachtsmarkt zu uns gefunden. Außerdem mögen wir alles, was mit Alkohol zu tun hat, aber das nur nebenbei... Ah, kommt, trinken wir einen Glühwein!


Wir Japaner sind übrigens auch recht unempfindlich gegen Kälte. Jedenfalls die Weibchen.





Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass irgendwer auch nur den blassesten Schimmer hat, warum der Typ und die Tante ihr Kind in so eine erbärmliche Krippe legen. Ihr Christen müsst wohl einfach schreckliche Eltern sein.
 
Ein Lebkuchenherz gefällig?


Oder doch lieber Bratwurst mit... ähm Brezel? Also von dieser Kombination habe ich noch nicht gehört... aber wundert euch nicht, manchmal werfen wir Japaner alle möglichen Dinge einer Kultur zusammen und verkaufen sie dann eben auch so.
Ich meine... wer findet schon heraus, dass das so in echt gar kein Deutscher in der Kombination isst? Hahaha... ah, Moment... ihr seid ja... Ähm... Wow, schaut euch den Baum an!





Auch eine Schlittschuhbahn gibt es hier. Lustigerweise scheinen die japanischen Menschen nicht so viel Lust auf Schlittschuh"fahren" zu haben, sondern geben sich zumeist mit Schlittschuh"stehen" zufrieden.... Nein wirklich. Die meisten sind nicht gefahren, sondern in Schlittschuhen am Rand entlanggegangen, oder haben sich in einer Ecke auf dem Eis unterhalten... Das nenne ich sinnvoll ausgegebenes Geld. Aber vielleicht wollten sie auch nur an der langen Schlange für das Schlittschuhlaufen anstehen und dachten sich, als sie dann tatsächlich dran kamen "しょうがないね。。。" (Shou ga nai, Da kann man wohl nichts machen).
In der Schlange stehen machen Japaner nämlich mindestens so gerne wie Engländer.
Gäbe es Schlittschuhe in Katzengröße hätte ich das Eis jedenfalls gerockt!


Oh und hier haben wir den Weihnachtsmann mit seiner Kutsche. Der sieht ziemlich japanisch aus, dieser Weihnachtsmann...




Und das hier wäre die Fähre. 1500Yen für ein bisschen rumschippern im geschmückten Yokohama.


Ihr habt übrigens Glück, dass ihr heute nach Yokohama kommt. Denn hier ist heute das Kerzenfest. Was der Hintergrund ist, weiß ich gar nicht so genau, aber es sieht echt toll aus!




Nyaaaaaaaaaaan, also wisst ihr, so langsam knurrt mir der Magen. Wir wär's wenn wir einen kurzen Stop einlegen bei Garlic Jo's? Das hat jetzt nichts mit Weihnachten zu tun, aber der Laden ist echt angesagt. Ich meine, die verkaufen alles mit Knoblauch, sogar Tiramisu!


Wir Japaner essen echt gerne. Deshalb lassen wir uns auch so einiges einfallen. Aber hier passe ich lieber... Hey Chef, einmal Shrimps mit Shrimps bitte! ありがとう ございます! (arigatou gosaimasu, oder auch "Dankeschön!")

Aaaaah, jetzt geht es mir besser. Puh, aber ich werde plötzlich ganz schön müde... wollen wir uns nicht lieber auf den Rückweg machen? Ich meine, euer Flug ist doch ganz schön lang und ihr wollt euren deutschen Heiligabend doch nicht verpassen, oder?! Also dann, ab mit euch!

Ich wünsche euch und eurer Familie....





*hach* Ja ja, sowas können wir einfach, wir Japaner.

Wie dem auch sei, NYERRY CHRISTMAS!




Noch ein paar Fotos:

So sahen die Wände in dem Restaurant aus, total genial

Das Menü


Knoblauchbrot
Kein Schimmer was das ist, aber es war definitiv ein Foto wert
Das nennt man "Liebe"....
Und das nennt man "Im Zug einschlafen, behindert aussehen und ein leichtes Ziel für Racheakte sein"
Aber ich hab meine Zuneigung noch bekommen.... was der Mieze jetzt nicht unbedingt aus den Augen spricht, aber wir mögen uns!

Freitag, 20. Dezember 2013

Wenn man vom Teufel spricht...

...flattern die JLPT Practice Test Ergebnisse genau dann ins Haus, wenn man ein paar Stunden vorher noch voller Hass über den JLPT in seinem Blog geschrieben hat:



Wie schade, dass mir dieses Ergebnis rein gar nichts bringt... Wenn der echte JLPT doch auch nur so ausgehen würde T_T

Der echte JLPT, mein Job an der Highschool und was sonst noch so war

Es hat sich wieder einiges angesammelt, ein Blogeintrag ist auch längst überfällig, also fange ich mal an.

In letzter Zeit war es mit dem "Holiday"-Part von "Work&Holiday definitiv vorbei. Ersteinmal stand der JLPT an, der echte diesmal und außerdem war da der Job in der Schule und diverse kleine Jobs als Sprachlehrerin. Letzteres hatte ich mir selbst eingebrockt. Mein Spitzname ist nun nichtmehr "Desi" sondern "Sensei", was okay ist wenn Freunde einen spaßeshalber so nennen. Wenn es ein ~65jähriger Mann macht ist das schon wieder was anderes... aber dazu komme ich später.

Also, der echte JLPT. Sven und ich hatten das Glück den JLPT an der Tokyo Daigaku zu schreiben. Dass das ein Glück ist, wussten wir aber eigentlich gar nicht, bis wir nach den wiederholten Reaktionen der Leute die uns fragten wo wir denn schreiben immer wieder ein "Waaaaaaaaaas, eeeeeeeeeecht?" als Antwort erhielten. Die Tokyo Daigaku ist die Uni in Japan, die die schwersten Einstiegstest hat. Jeder hat sicher schon von den unmöglich hohen Anforderungen der japanischen Unis an ihre potenziellen Studenten gehört und die Tokyo Daigaku setzt dem jedes Jahr sozusagen die Spitze auf. Wenn man es als Schüler an diese Uni schafft, kann man also echt stolz auf sich sein, denn das schaffen nur die wenigsten. Die Uni mal von Innen zu sehen ist also irgendwie ein Privileg.

Nachdem unsere Erwartungen an die "Location" also durch die wiederholten "Ueeeeeeeeeeeeeeeeeeeeh, hontou????" ins Unermessliche stiegen ("Die Räume sind bestimmt total modern und der Campus generell sieht bestimmt richtig abgefahren aus") machten wir uns am Tag des JLPT auf den Weg und wurden relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Also wer die Uni Düsseldorf kennt weiß, dass sie ein reinster Kackhaufen aus bloßem Beton ist. Die Tokyo Daigaku sieht ähnlich aus.
Entweder man hat uns blöde Ausländer also zu dem hässlichsten Part des Campus geschickt, nach dem Motto "Die sprayen uns eh nur die Hütte voll, schicken wir die zum stillgelegten Teil" oder die Uni hält es ganz nach dem Spruch "Die inneren Werte zählen."
Aber was solls, wir waren ja nicht zum Vergnügen da.... nein ein Vergüngen war der JLPT echt nicht.

In diverse Räume aufgeteilt musste sich jeder an den Platz mit seiner Nummer setzen. Auf dem Tisch durften nur Bleistift und Radiergummi liegen, Tasche und Jacke mussten unter den Tisch. Der Mensch der in meinem Raum das Sagen hatte, war echt unheimlich kleinkariert und streng. Pünktlich wie eine Atomuhr fing er mit seinen Erklärungen an, diesmal sehr viel anschaulicher als beim Practice Test: Er hielt eine rote und eine gelbe Karte hoch. Wer wegen kleinerer Vergehen zweimal (oder dreimal, ich habs vergessen) die gelbe Karte bekommt, bekommt daraufhin die rote Karte und muss den Raum sofort verlassen, bei größeren Vergehen gibt's sofort die rote Karte. Was ein kleines und was ein großes Vergehen war wurde uns sehr schnell bewusst, als er einem Mädchen in der ersten Reihe, die mit ihren Fingern schon am Fragebogen rumnestelte prompt die gelbe Karte vors Gesicht hielt.... Okay, es hieß also sich wirklich an das zu halten was gefordert wurde, hier wurden keine leeren Drohungen ausgeprochen.

Dann ging es los, genau wie beim Practice Test war der echte JLPT in 3 Teile unterteilt: Vokabeln/Kanji, Grammatik und zu guter Letzt Hörverstehen. Man bekam einen Frage- und einen Antwortbogen. Auf dem Antwortbogen musste man per Multiple-Choice-Verfahren einfach nur die Nummer anmalen, die man für die richtige Antwort hielt. Kinderleicht, im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein paar Kinder nahmen auch am Test teil und die hatten dieses Prinzip verstanden. Am Ende des ersten Teils, also Vokabeln und Kanji, als die Verantwortlichen unsere Bögen einsammelten wurde die Stille plözlich von einem lauten "OH NO FUCK!" unterbrochen. Ein Typ hatte das Prinzip "Ich muss meine Antworten auf dem Antwortbogen einzeichnen" anscheinend doch nicht geschnallt und hat alles nur in den Fragebogen geschrieben. Als den Verantwortlichen also beim Einsammeln auffiel, dass sein Antwortbogen leer ist und ihm sagten "Ja, ähm, also das war es dann für Sie." wurde ihm seine Dummheit wohl erst bewusst, was er lautstark mitteilte.
Für ihn war es also gelaufen. So richtig bemitleiden konnte ich ihn ob seiner Doofheit aber nicht.

Für mich lief der erste Teil echt gut, ich hatte mit Kanji und Vokabeln keinerlei Probleme und dachte mir erst noch "Vielleicht wäre Level 3 doch besser gewesen, das ist hier ja ein Kindergeburtstag." bis Teil Zwei kam: Grammatik. Alter Falter.... das war unverhältnismässig schwer. Ich guckte mich heimlich im Raum um, ob ich in den Gesichtern der anderen Gequälten lesen konnte ob es nur mir so ging, oder ob auch sie echte Probleme mit diesen fiesen Sätzen hatten. Jedem stand der Schweiß auf der Stirn und als Cheffe auf die Sekunde genau "STIFTE HINLEGEN, ZEIT VORBEIIIIII!" brüllte, ging der Raum in lautem Stöhnen unter. Scheinbar konnte ich froh sein zu denen zu gehören, die den Teil immerhin innerhalb der Zeit geschafft haben.

Nach dieser Tortur kam also Hörverstehen, was auch wieder zu leicht war. Ich hatte keinerlei Probleme beim Hörverstehen, was mich aber auf die Palme brachte. Vokabeln/Kanji und Hörverstehen waren wirklich zu leicht, Grammatik war viel zu schwer (verglichen mit alten Tests, die man im Netz runterladen kann um sich zu testen). Der Test war richtig unbalanciert, verlangte einem hier viel zu wenig ab und da viel zu viel. Das Problem ist, dass man in jedem Teil 60% haben muss um zu bestehen. Ich habe mich also schon davon verabschiedet, bestanden zu haben. Ergebnisse gibts aber erst irgendwann im Januar, dann habe ich es Schwarz auf Weiß.

Wie auch immer, der Tag war schnell aus meinem Gedächtnis verschwunden, weil die Highschool mir genügend Ablenkung verschaffte.

Ich liebe den Job echt, es ist immer so als wäre ich im falschen Film.
Einerseits ist da diese unglaubliche japanische Strenge: Das Schultor wird zum Beispiel um Punkt 8:50 Uhr geschlossen, wer zu spät kommt muss daraufhin eine Woche lang früher antanzen und sich im Lehrerzimmer melden. Außerdem gibt es Tage, an denen die Lehrer spontan beschließen sich am Schuleingang aufzustellen, um das Aussehen der Schüler zu checken.

Genau so ein Tag war einer der ersten meiner Arbeitstage. Um 8:30 Uhr hieß es also "Kommt, wir gehen raus und checken die Schüler." Draußen stand schon ein Pult bereit wo zwei Lehrer saßen, die dafür  zuständig waren die Namen der Schüler, die aus dem Raster fielen aufzuschreiben. Denn diese Schüler mussten sich am darauffolgenden Montag noch einmal vorstellen und zwar mit passendem Aussehen.

Geprüft wurden:
- "Hat der Schüler sich die Haare gefärbt?" Das ist ein kleeeein wenig unfair, denn hier wurde nach der Manier ausgesiebt "Echte Japaner haben tiefschwarzes Haar."Sprich, wenn jemand als Naturhaarfarbe auch nur einen leichten Braunton hatte den man nur sieht wenn die Sonne aufs Haar scheint, muss das glaubhaft gemacht werden. Wenn die Lehrer das nicht glauben, muss der Schüler sich die Haare tiefschwarz färben.

- "Sitzt die Krawatte richtig?" Wenn die Krawatte nicht richtig sitzt, ist es völlig normal, dass ein Lehrer den Schüler erstmal richtig anzieht. Dazu kann auch gehören, dem Schüler das Hemd richtig in die Hose zu stecken. Sehr lustig.

- "Wie hoch sitzt der Rock der Schülerinnen?" Wenn man den Hintern fast sehen konnte, zu hoch.

-"Tragen alle ihre richtigen Schuhe?" Zur Uniform gehören auch die passenden Schuhe.... nicht dass die Schuhe beim Betreten der Schule angelassen werden können, aber was solls.

- "Ist irgendwer gepierct/geschminkt?"

Ich habe mir dann die Frage erlaubt was denn ist, wenn die Eltern den Schülern einen Brief mitgeben der in etwa lautet "Hallo, ich habe meiner Tochter erlaubt, sich die Haare in einem natürlichen Braunton zu färben und sich die Ohren zu piercen. Das geht also in Ordnung."? Auch das wird nicht gestattet. Alle haben gleich auszusehen, auch wenn die Eltern irgendwas erlaubt haben, das muss rückgängig gemacht werden. Ooookay.

Da das Ganze aber eher lustig, als total streng von Statten ging, war es irgendwie in Ordnung. Die Schüler finden diese Aktion auch ganz spaßig, weil der Schuleingang zum Catwalk mutierte und jeder der rausgewunken wurde unter Applaus der anderen Schüler zum Lehrerpult ging um sich aufschreiben zu lassen.
Was deutschen Schülern auf den ersten Blick also Angstschweiß ins Gesicht treibt, ist gar nicht so schlimm.

Im totalen Gegensatz zu solchen Aktionen steht dann der alltägliche Umgang der Schüler mit den Lehrern. An meinen ersten Tagen beispielsweise durften die Schüler mir Fragen stellen. Was meine Hobbies sind, oder wie Schulen in Deutschland sind (also ganz offensichtliche Fragen, die ein Schüler einer Autoritätsperson stellen darf, ohne auf die Finger zu kriegen) waren da völlig außen vor. Ich wurde gefragt, was für Männer ich mag, ob ich einen Freund habe, wann ich Kinder kriegen will und so weiter. Als panische Seitenblicke meinerseits zu den Lehrern nichts brachten und ich sah, dass auch diese mich voller Interesse, auf eine Antwort wartend anguckten habe ich verstanden, dass sowas hier ganz normal ist. Lehrer und Schüler in Japan (oder zumindest an dieser Schule) haben ein richtig freundschaftliches Verhätnis. Dazu gehört auch, dass Lehrer und Schüler sich freundschaftlich umarmen, oder dass Lehrer wenn die Schüler es zu weit treiben vor ihnen in Tränen ausbrechen (leider musste ich das hautnah miterleben und fühlte mich wie in einer falschen Welt).

Schnell war die anfängliche Distanz verloren und ich war nicht mehr "Desi-Sensei" sondern "Desi-Chan" und habe mit Schülern zusammen posiert, während andere Lehrer Fotos von uns als Andenken machten. Verkehrte Welt...

Wie auch immer, mir gefällt der Job sehr. Denn abgesehen davon, dass das Verhätnis zu Schülern und Kollegen echt gut ist (ein Lehrer hat sich selbst Deutsch beigebracht, wer kann sowas?!) habe ich auch die Möglichkeit an den After School Activities teilzunehmen. Unglaublich was die Schulen in Japan ihren Schülern bieten. Erstmal gibt es immer nur 5 Stunden Unterricht - eine Stunde entspricht aber auch 60 Minuten - und danach heißt es Spaß haben. Das After School Angebot ist nämlich echt großartig. Mit unserem standardmäßigen langweiligen AGs in Deutschland nicht zu vergleichen. Hier gibt es: Basketball in einer richtigen Halle, Baseball auf einem richtigen Feld, Tennis auf nem richtigen Feld, Teezeremonie in einem traditionell eingerichtetem Zimmer, Hip Hop, Kendo, traditionell japanische Musik auf dem Koto und so weiter.
Für solche Aktivitäten wie Hip Hop, Teezeremonie, das Beibringen des Kotos etc. werden auch extra richtige Lehrer eingestellt.
Ich wurde dazu eingeladen an der Teezeremoniegruppe teilzunehmen und habe mir die Gelegenheit auch nicht entgehen lassen. (Möchte man als typischer Touri normalerweise an sowas teilnehmen, zahlt man richtig viel Knete.) Seitdem gehe ich also jeden Mittwoch ins Tatami-Zimmer und lerne, wie man richtig Maccha zubereitet. Und das ist alles komplizierter als man denkt... und ich kann es nicht erklären, also belassen wir es dabei.

Der Job an der Schule ist leider nur zweimal die Woche. Trotzdem wird mir kaum langweilig, da ich wie gesagt zum Sprachlehrer des Guesthouses mutiert bin. Einer Koreanerin bringe ich Englisch bei und einem Japaner Deutsch. Außerdem hat einer der Japanischlehrer von meinem Japanischkurs mich gebeten, einem seiner Freunde Englisch beizubringen. Warum nicht?

Und so wären wir beim nächsten Punkt:  Mein ~65 jähriger Schüler.
Ein ganz netter, sehr höflicher und kluger Mann, der sich selbst Thailändisch beigebracht hat, so ganz nebenbei, während er noch arbeiten geht und sowieso recht ausgebucht ist. Der typische Japaner eben.
Da er ein Japaner ist, wie er im Buche steht kommt auch die Höflichkeit nicht zu kurz. Er spricht in feinstem Keigo mit mir, also das höchste Höflichkeitslevel das die japanische Sprache hergibt und was man als Ausländer, der Japanisch lernt erstmal mit "Ach, das muss ich nicht verstehen, so redet keiner mit mir."  abtut (Notiz an mich: Kacke). Dazu gehört, dass er mich Sensei nennt und sich verbeugt wenn wir uns begrüßen und uns verabschieden.
Ich versuche einfach so höflich zu sein, wie es mir mit meiner eigentlich Plumpheit möglich ist und hoffe, ich komme damit durch.

Das ist ein guter Moment, um diesen Blogeintrag zu beenden.

Bald ist Weihnachten, das in Japan zwar nicht gefeiert wird, aber trotzdem ist hier alles geschmückt, als wären die Polen einmaschiert. Es leuchtet und blinkt an jeder Ecke und KFC ist schon ausgebucht.
Davon dann mehr nach Weihnachten!

Und ein paar neue Japanfakten:

13. Wer zu Silvester nach Japan kommen will, um ein großes Feuerwerk zu erleben wird enttäuscht: An Silvester wird hier nicht geknallt.

14. In den Schulen werden keine Straßenschuhe getragen, sondern Slipper/Socken

15. Schüler können nicht sitzenbleiben

16. Japanische Fenster haben keine Doppelverglasung (scheiße, ist mir gerade kalt)

17. An Weihnachten - obwohl kein japanischer Feiertag - ist es zur Tradition geworden, Chicken Wings von KFC zu essen. Deshalb ist KFC schon Wochen vor Weihnachten "ausverkauft"

18. Es ist unhöflich, sich die Nase vor Fremden zu putzen

19. Es ist okay, stundenlang die Nase hochzuziehen weil man sich die Nase nicht putzen darf

20. Beim Essen seine Stäbchen abzulegen, in dem man sie in den Reis steckt ist ein Fauxpas. Denn das erinnert an die Räucherstäbchen die in den Tempeln angezündet werden, auch bei Beerdigungen

21. Japan hat sich bis heute für seine früheren Kriegsvergehen nicht bei Korea entschuldigt. Im Gegenteil wird davon bis heute nicht wirklich in den japanischen Schulen aufgeklärt. Spricht man Koreaner darauf an, können diese sich mitunter sehr, SEHR in Rage reden (O_o)


22. Lehrer in Japan geben nur ein Unterrichtsfach

Dienstag, 12. November 2013

Ein bisschen so nebenher

Ja, ich glaube es selbst kaum, aber hier ist der nächste Blogeintrag!

Ich möchte diesmal nur ein bisschen Wissenswertes über Japan berichten, über Dinge die hier anders sind als in Deutschland (ich glaube so etwas nennt man "Funny Facts"), außerdem von unserem Besuch beim JLPT Pratice Test und von meinem Job!

Fangen wir mit dem JLPT Practice Test an: Wie manche wissen, gibt es einen weltweit anerkannten Japanischtest, bei dem man sich bei Bestehen seine Sprachkenntnisse zertifizieren lassen kann.
Dieser Test ist in 5 Level aufgeteilt, aus denen man wählen kann. Wobei Level 1 der schwierigste und Level 5 der einfachste ist. Alle laufen in etwa gleich ab, man wird in den Bereichen Vokabeln, Grammatik, Kanji und Hörverstehen geprüft. Der Test ist ein reiner Multiple Choice Test. Man muss also weder selbst Sätze verfassen, Kanji schreiben oder sprechen. Manche denken jetzt vielleicht, dass das ein Pluspunkt ist, aber nein! Genau das macht das Ganze nämlich sehr knifflig!

Wenn man nämlich ganz toll und flüssig sprechen kann, aber nur "Tomodachi Japanisch" spricht (sozusagen Japanisch das man unter Freunden spricht, nicht zu verwechseln mit unserem Slang. Also wirklich alltäglich angewandte Sprache, die sich von der "im Buch" aber unterscheidet) fällt man auch bei Level 5 durch.
Es ist somit also sehr schwer, sein eigenes Level einzuschätzen. Denn auch wenn man viel Grammatik kann, einen großen Wortschatz hat und viele Kanji lesen kann, weiß man noch lange nicht, was genau im JLPT vorkommt. Der Inhalt ist nämlich nicht in Stein gemeißelt und es werden nur vage Angaben rausgegeben, was man lernen sollte. Die Communitiy im Internet ist zum Glück so groß, dass man zumindest eine Idee hat, was man für welches Level lernen sollte.

Sven und ich haben uns sicherheitshalber für Level 4 entschieden, auch wenn wir im Alltag eigentlich sehr gut zurecht kommen. Eine unserer Japanischlehrerinnen hat uns nahegelegt, Level 2 zu machen, das wäre unserer Meinung nach aber ein bisschen überambitioniert, wenn wir bis Dezember auch noch essen, schlafen und nicht nur lernen wollen. Wahrscheinlich bewegen wir uns auf Level 3. Ein Blick in die potenziell drankommende Grammatik, die Vokabeln und die Kanji, daraufhin ein Blick auf den Kalender (der JLPT ist am ersten Dezember) sagte uns aber: Hmh, machen wir mal Level 4.

So, nachdem man sich dazu entschieden hat den JLPT zu machen, der zweimal im Jahr stattfindet (Juli und Dezember), muss man sich innerhalb einer Frist anmelden. Eine Gebühr wird dann auch direkt fällig, wir mussten 5000Yen bezahlen (ungefähr 40€). Das hat alles reibungslos geklappt und seitdem lernen wir fleißig (vorallem Kanji. Von den einst 2000 sind nämlich ungefähr.... 2 1/2 hängengeblieben).

Vor einiger Zeit trudelte dann ein Brief an uns Beide ein, der in etwa lautete:

"Yaaaaaay, du wurdest dazu auserwählt am JLPT Pratice Test teilzunehmen! Nur ein Bruchteil aller Teilnehmer wurde in einer Lotterie gezogen und DU gehörst dazu! Yaaaaay! Bitte gib uns bis x.x eine Rückmeldung, ob du teilnehmen möchtest! Wenn deine Rückmeldung nicht rechtzeitig eingeht, darfst du nicht teilnehmen. Achja, du bekommst übrigens 2000Yen, wenn du an allen Testbereichen teilnimmst und nicht zwischendurch aus diversen Gründen (Versuch des Betrugs, Handy bimmelt, Testblatt zu früh angeguckt...) rausgeworfen wirst."

Da wir Beide eben diese Einladung bekommen haben, war die Chance wohl nicht so gering wie dort geschrieben. Naja, wie auch immer. Wir dachten das ist eine gute Möglichkeit uns zu testen und im Voraus zu sehen, wie das Ganze abläuft, also haben wir uns angemeldet. Der Hintergrund des Ganzen ist glaube ich, dass die Japan Foundation immer gerne einen Testlauf vor dem richtigen Test macht, um die Abläufe zu üben etc. Deshalb bekommt man wohl auch Geld.

Nunja, letzten Sonntag, den 10.11.2013 war der Practice Test in Minato (allein für die Hin- und Rückfahrt haben wir jeweils 1000Yen verbraten). Als wir aus der Station rauskamen und uns orientieren wollten, sahen wir aber auch schon an jeder Ecke Männer in Uniform stehen, die ein Schild mit in etwa der Aufschrift "JLPTler hier entlang." samt Pfeil hielten und uns allen den Weg lotsten. Ich fand das sehr japanisch, wie immer ein 1A Service, gleichzeitig konnte ich mir ein doofes Grinsen nicht verkneifen, weil ich es auch ein wenig lustig fand.

Nun, dann waren wir also da. Der Test fand im Akasaka Twin Tower statt, ein riesiges Gebäude. Wir mussten in die 8.Etage. Selbstverständlich wurde der Aufzug für uns offen gehalten und die Ebene für uns angewählt (*doofgrins*). Nach einem kurzen Check unserer Teilnehmernummer fanden wir uns in einem von vielen Konferenzräumen wieder. Nebeneinander gesessen haben wir zwar nicht, aber was solls. 
Ich bezog meinen Platz weiter vorne und Sven saß relativ weit hinten. Geschätzt die Hälfte aller Angemeldeten kam nicht und so fand ich mich beim Start des Tests alleine an meinem Tisch wieder. Gut, mir auch egal. Kein zwanghafter Smalltalk woher ich komme, seit wann ich in Japan bin und wo ich wohne.

Mit ein paar Minuten Verspätung ging es dann los. Vorne war ein kleines Podest aufgebaut, samt Mikrofon und Lautsprechern, außerdem standen während der gesamten Zeit zwischen 5 und 8 Mitarbeiter bereit, die die Aufsicht übernommen haben, Tests ausgeteilt und eingesammelt haben etc.
Einer dieser Mitarbeiter war allein fürs Erklären zuständig, natürlich auf Japanisch, nicht auf Englisch. Und auch hier musste ich mal wieder feststellen, dass manche Japaner (und das mag andernorts auf der Welt genauso sein), wirklich überhaupt kein Gespür dafür haben, was das ausländisches Gegenüber nun versteht und was nicht. Nun waren wir aber nunmal im Raum für den JLPT Level 4, also hätte er eigentlich ziemlich genau wissen müssen was die Ausländer vor ihm so in etwa verstehen können, sabbelte aber lustigerweise ungehindert schnell nuschelnd los und "erklärte", was Sache ist. Ich sah die Fragezeichen um mich herum nur so aufploppen und war in dem Moment froh, dass Sven und ich ein Level angepeilt hatten, das eher zu niedrig als zu hoch war. Jedenfalls konnte ich den Großteil verstehen, mehr als "Während des Tests darf nicht abgeguckt werden, macht eure Handys aus, wenn ihr aufs Klo müsst meldet euch..." wurde aber auch nicht gesagt und dann ging es endlich an den Test.

Alles in Allem ist es gut gelaufen. Aber auch in Level 4 kamen Vokabeln dran, die ich noch nie gesehen hatte, weder während des Studiums in Deutschland, noch in den online gestellten Vokabellisten für den JLPT 4. 
Nun habe ich gelesen, dass der Practice Test um einiges schwerer sein soll, als der eigentliche Test im Dezember. Ich bin wirklich gespannt. Denn ob man besteht oder nicht ist wirklich davon abhängig was man gelernt hat und nicht wie viel man kann. 

Erwähnenswert ist vielleicht auch noch das wirklich emsig anmutende Regelwerk: Zwischen den Teilbereichen wurden unsere Tests und Antwortzettel in festgelegter Reihenfolge eingesammelt. Jedesmal inklusive Checken des Passes oder der japanischen ID und der Mitgliedernummer. Jeder Mitarbeiter hatte einen Zettel wo ein Foto, der Name und die Mitgliedernummer der Teilnehmer abgebildet waren. So will man wohl sichergehen, dass kein Test den Weg nach draußen findet und veröffentlicht wird. Das hat einen der Mitarbeiter aber auch nicht abgehalten, sich zu verzählen und uns 15 Minuten doof rumsitzen zu lassen, eh die Sache nicht geklärt war. Ich hatte eigentlich fest damit gerechnet, dass sie gleich eine Taschenkontrolle ankündigen, um den Missetäter ausfindig zu machen... ach ne, doch nur verzählt, ist alles gut.

Am Ende bekamen wir dann unsere 2000 Yen und durften gehen. Es hat sich definitiv gelohnt um mit dem Ablauf vertraut zu werden. So haben wir schonmal eine Sorge weniger wenn der richtige Test im Dezember ansteht.

Soviel zum JLPT und weiter zu einem heiterem Thema: Ich habe einen Job als Englisch-Assistenzlehrer an einer japanischen Highschool! Dank Vitamin-B (einer Mitbewohnerin die dort Englisch lehrt) bin ich an diesen tollen Job gelangt und wirklich total glücklich damit!

Erst einmal sind japanische Schulen einfach toll. Diese hier ist für rund 900 Schüler und riiiiiiieeeeesig groß. Im Vergleich zu meinem Wuppertaler Gymnasium, das für ca. 1000 Schüler ausgelegt ist, arbeite ich derzeit in einem Schul-Schlachtschiff erster Klasse. Neben Unmengen an Klassenzimmern gibt es echt viel Grün auf dem Gelände (sogar Palmen :D) und mehrere Sportplätze für Tennis, Baseball, Basketball etc.

Wenn man die Schule betreten möchte, zieht man sich erst einmal die Straßenschuhe aus und seine Hausschuhe an. Die Lehrer haben ihre eigenen mit Namen beschrifteten Schuhschränke und ich nun auch.

Dann führt mich der erste Weg ins Hauptlehrerzimmer. Dort steht mein erster Schreibtisch. Die erste Stunde an dieser Schule (oder in Japan generell, das weiß ich nicht) beginnt um 8:50 Uhr. Um 8:30 Uhr ist jeden Morgen eine Lehrerversammlung, wo Informationen ausgetauscht werden etc. Ich habe mich dort an meinem ersten Tag vorgestellt und wurde sehr nett aufgenommen.
Ich habe mich ein bisschen wie in der Höhle des Löwen gefühlt... um mich herum so viele Lehrer, das einstige Feindbild, aber alle so nett, jetzt da ich "eine von ihnen" bin. Ich habe etwas Zeit damit verbracht zu mutmaßen, was für Unterricht die einzelnen Lehrer wohl geben... sehr lustig.

Naja, danach geht es falls irgendwelche besonderen Unterlagen von Nöten sind zum Englischlehrerzimmer, wo mein zweiter Schreibtisch steht (nicht in Benutzung, ich hab keine Ahnung was ich damit soll) und dann ins Klassenzimmer. 
Während die Flure der Schule mit Linoleum ausgelegt sind, liegt in den Klassenzimmern Teppich. Bevor man die Klassenzimmer betritt, ziehen Lehrer als auch Schüler ihre Hausschuhe aus und betreten es mit Socken (oder man bringt noch extra "Klassenzimmerhausschuhe" mit, wenn man will).
Ist das nicht abgefahren? Ich finde es toll. 

Auch sieht man keine Spur von Vandalismus auf den Toiletten, oder an den Wänden. Alles ist sauber, wenn auch schon in die Jahre gekommen.

Die Schüler müssen aufstehen und uns Lehrer begrüßen, wenn der Unterricht beginnt (mal mit mehr, mal mit weniger Elan) und müssen eigentlich auch respektvoll mit eben diesen umgehen. Zum großen Teil passiert das auch und wenn ein Lehrer ein Kommando gibt, wird das auch sofort ausgeführt. Auf der anderen Seite scheint es aber okay zu sein, gelangweilt wegzugucken und nur "Jaja.." (sprich: Leck mich am Arsch) zu sagen, wenn man eine Standpauke bekommt, als auch seine ausländische Lehrerin als süß zu bezeichnen und sie zu fragen, ob sie einen Freund hat. Das war schon sehr komisch. Die Beziehung zu den Schülern scheint eine zwischen elterlicher Autoritätsperson und gutem Freund zu sein.

Meine Schüler (ich habe 1st, 2nd und 3rd year students, was auch immer genau das heißt) machen derzeit alle mehr oder weniger das gleiche: Sie müssen sich zu Zweit einen Dialog nach einem bestimmten Thema selbst ausdenken, wie zum Beispiel eine Wegbeschreibung, diesen dann auswendig lernen und vor der ganzen Klasse samt Gesten und richtiger Intonation vortragen. Das wird gefilmt und dafür gib es Noten.

Nun hat Englisch in Japan einen anderen Stellenwert als beispielsweise in Deutschland. Es ist wirklich nicht miteinander zu vergleichen. Die richtige Aussprache als auch die Grammatik fällt den meisten wirklich sehr schwer, Vokabeln hingegen können sie recht viele. Aber vergleicht man das Englisch eines beliebigen 19 jährigen deutschen Schülers und dann das eines 19 jährigen Schülers hier in Japan, sind die Unterschiede wirklich gewaltig. Aber gut, das ist hier so, das hat nichts mit faul/dumm sein zu tun, Englisch ist einfach eine grundlegend andere Sprache als Japanisch und der Stellenwert ist hier bislang nicht allzuhoch.
(Daher würde ich auch jedem der eine Rundreise in Japan machen will raten, entweder einen VHS Kurs in japanisch zu belegen, nur mit Reisebegleiter zu fahren, oder jemanden dabei zu haben der Japanisch kann. Mit Englisch erreicht man hier nichts, auch nicht in Tokyo!)

Meine Aufgabe ist jedenfalls den Schülern zu helfen, wenn sie bei ihrem Dialog nicht weiterkommen, falsche Grammatik benutzen, eine Vokabel nicht einfällt, als auch die Aussprache zu lernen. Außerdem auch, ein bisschen Mut zu machen, denn etwas vor der Klasse vorzutragen ist in Japan überhaupt nicht so selbstverständlich wie in Deutschland. Eine Englischlehrerin mit der ich zusammen arbeite sagte mir, dass die Hauptaufgabe eines japanischen Schülers darin besteht gut zuzuhören, sich viele Notizen zu machen und ruhig zu sein. Jetzt ist dieser Englischunterricht genau das Gegenteil, also ist eine nicht unerhebliche Aufgabe von mir, auch etwas Mut zu machen und die Schüler dazu zu bringen, etwas aus sich rauszukommen und auch Körpersprache bei ihren Dialogen einzusetzen.

Der Job passt bisher einfach perfekt zu mir. Das ist genau die Art Unterricht die ich auch selbst immer mit meinen Nachhilfeschülern gemacht habe: Selbst etwas machen, keine Angst vor Fehlern zu haben und kreativ zu sein. So lernt man meiner Meinung nach am besten.

Zu guter Letzt möchte ich jetzt damit anfangen,ein paar Funny Facts zusammenzutragen und dann nach und nach, so wie sie mir auffallen, im Blog zu veröffentlichen.

Ich möchte aber eins vorweg nehmen: Die "Facts" müssen nicht unbedingt wirkliche Fakten sein. Ich habe nicht recherchiert, sondern schreibe einfach, was mir in meinen 5 Monaten hier so aufgefallen ist. Nun lebe ich in Tokyo und Tokyo ist nicht gleich Japan, also kann so mancher Funny Fact in Kyoto oder Osaka wieder ganz anders sein. Das bitte im Hinterkopf behalten und nun geht es los:

1. In Restaurants sind Wasser und/oder Tee umsonst

2. Man zahlt kein Trinkgeld

3. Socken in Highheels sind kein Modefauxpas (ich heiße alle deutschen Männer in Sandalen und Socken willkommen)

4. Schüler müssen eine Uniform tragen. Die Jungen einen Anzug, die Mädchen Hemd und Rock.

5. Die Röcke der Schülerinnen gehen normalerweise bis zu den Knien. Die meisten rollen ihre Schulröcke nur einfach sehr hoch.

6. Schülern ist nicht erlaubt sich die Haare zu färben, sich zu schminken oder sich die Ohren zu piercen (oder sonst einen Körperteil)
 
7. In Japan geht man bei Krankheit eher ins Krankenhaus, als zum Arzt. Auch bei Schnupfen

8. Züge halten bei Erdbeben die die Sicherheit beeinträchtigen könnten dank eingebauter Sensoren automatisch an

9. Japaner feiern kein Weihnachten, Straßen und Läden sind aber geschmückt und es werden Weihnachtsartikel verkauft

10. Auf der Straße und auch in Läden/Gebäuden gibt es keine Mülleimer (anscheinend aus Angst vor Giftgasanschlägen). Ausgenommen sind die Mülleimer neben Getränkeautomaten, die aber nur für eben diese Getränkedosen sind

11. Es ist trotzdem sauber

12.In Japan findet man kein dunkles Brot. Nur selten in Bäckereien
... und Bäckereien sind selten



Und das war es erst einmal wieder!

Donnerstag, 7. November 2013

Nein, ich wurde weder von einem Monstertaifun weggeblasen und bin in Oz gelandet, noch bin ich wegen Verstrahlung in Quarantäne...

....das zu allererst, denn ich habe tatsächlich schon besorgte Nachrichten bekommen, weil ich so lange nichts geschrieben habe! Hier ist alles gut. Der Grund wieso so lange nichts von mir kam: Ich bin sackfaul, kommt schon, das wisst ihr doch!
Außerdem ist es hier mittlerweile echt kalt, irgendwohin gehen ist teuer, ich muss Pipi und ich hab Hunger...

Da wir das nun in aller Detailreiche geklärt haben und ich euch hoffentlich beruhigen konnte, kommt hier nun der von ein paar Leuten lang erwartete nächste Eintrag. Vorweg: Eigentlich ist nichts passiert. Aber ihr wolltet ja ein Update, das habt ihr davon.

Ein Thema brennt mir tatsächlich unter den Nägeln: Die deutsche Berichterstattung über Japan in so manchen Medien. Wie komme ich nach knapp einem halben Jahr ausgerechnet darauf? Das war so:

Eines Abends - ich war für meine Verhältnisse echt früh sehr müde und dachte mir "Yaaaay, du kannst einmal einschlafen bevor dein bester Freund, der frühe Vogel, wieder den Tag ankündigt" erreichte mich eine mega besorgte Nachricht von einem Freund, die ging in etwa so (Achtung, ich übertreibe ein gaaaanz kleines bisschen):

"OH MEIN GOTT, LEBT IHR NOCH?! ICH HAB GELESEN DASS JAPAN MORGEN VON EINEM MEGA TAIFUN AUSEINANDERGERISSEN WIRD UND WIR ALLE WEGEN DEM ATOMKRAFTWERK IN FUKUSHIMA, DAS DANN ENDGÜLTIG DEN GEIST AUFGIBT, STERBEN WERDEN!!!!1111111 DIE GANZE MENSCHHEIT WIRD AUSGELÖSCHT! ICH MACH MIR ECHT SORGEN!!!!!111111111111"
Dazu ein Link: Link der mir eine weitere lange Nacht bereitete

Ich denke mir nur "....hä?!" klick drauf und war von einer Sekunde auf die nächste wieder wach.
Weil, erstens: "Was für ein Taifun? Hier wurde nichts angekündigt, wieso wurde das verheimlicht, wenn es so schlimm sein soll?"
Zweitens: *google nach anderen Quellen, ob noch irgendwoanders was davon steht* "Ach du Scheiße..."

(Anmerkung: Hier sei nochmal angemerkt, dass es echt ein riesen Fehler ist, Google als Informationsquelle zu benutzen, wenn man nach etwas suchen möchte, weswegen man sich sowieso schon Sorgen macht. Entweder ist man laut Google dann nämlich schon tot, oder man stirbt in den nächsten 66,6 Minuten, wenn man nicht schleunigst einen Schamanen in Turkmenistan aufsucht und mit ihm den Ententanz tanzt, auf Chinesisch. Verdammt, ich begehe den Fehler immer wieder...)

Ich habe daraufhin erstmal einem Mitbewohner voller Panik geschrieben - in Gedanken buchte ich schon unseren Rückflug um und zwar auf JETZT SOFORT - und als Antwort kam nur: "Was für ein Taifun? Moment." daraufhin googelte er nicht, sondern surfte direkt eine Website an, die alle Taifune, deren Stärke, ungefähre Route etc. auf einer Karte direkt anzeigt und antwortete "Der Taifun ist nicht einmal durch Japan durch und hat sich auch schon längst wieder aufgelöst."

Ha... großartig. In Gedanken sah ich mich schon bei Punkt 12 anrufen,  um mich per Skype-Videochat mal über alle reißerischen Medien zu beschweren, aber... neeee.

Ich war trotzdem wirklich echt sauer und bin es immer noch, denn man kann tagtäglich auf diversen Seiten im Internet (ob seriös oder nicht sei mal dahingestellt, aber definitiv populär, also von vielen Menschen gelesen) die kuriosesten Dinge über Japan, speziell Fukushima lesen.
Etwa, dass Kinder, die in der betroffenen Region Essen von Zuhause mitbringen und nicht in der Schulkantine essen, gemobbt werden. Denn es wird untergraben, dass die Lebensmittel kontaminiert sind und alles, was diesem Schein widersprechen würde (also Essen von Zuhause mitbringen, bestehenden aus Lebensmitteln die von woanders herkommen) wäre praktisch verboten. Eltern müssen mit Konsequenzen rechnen.
Oder die japanische Regierung, samt Tepco verheimlichen alles, es werden falsche Daten veröffentlicht und getürkt und viele andere Dinge. Ihr könnt ja mal googlen (haha).

Als die Katastrophe passierte und auch noch als in angereist bin, habe ich aufgrund dieser Berichterstattungen selbst geglaubt, dass ich am besten die ganze Zeit mit dem Geigerzähler rumlaufe und sämtliche japanischen Nachrichten die den Tonus "Alles ist in Ordnung, die Situation ist unter Kontrolle" vertreten mit Vorsicht genießen sollte. Im Nachhinein betrachtet rege ich mich über mich selbst auf.

Ja, vor 2 1/2 Jahren gab es in Fukushima eine schlimme Nuklearkatastrophe. Das weiß die ganze Welt, tatsächlich und entgegen vieler Meinungen sind sich auch die Japaner selbst dessen schmerzlich bewusst!
Auch ist es wahr, dass seitens der Regierung und Tepco wohl viel verheimlicht wurde, aber:

- Jeder Taifun wird angekündigt. Teilweise fällt dann die Schule aus, oder sogar die Arbeit in diversen Bereichen. Das scheint allerdings Ermessenssache zu sein, jedenfalls wenn kein lebensbedrohlicher Monstertaifun auf Japan zurollt.
- Alle Lebensmittel sind mit Herkunft gekennzeichnet. Lebensmittel aus der Region in und um Fukushima zum Teil sogar mit einem roten, dicken Marker (auch wenn man diese Lebensmittel laut diverser in- und ausländischer anhaltender Recherche essen kann ohne Angst haben zu müssen. Hier wird nichts verkauft, was krank macht!).
- Alle dürfen essen was sie wollen. Auch Kinder die eine Schule mit Kantine besuchen. Und wenn sie ihr Wasser bei Madonna persönlich bestellen, das juckt hier echt keine Sau.
- Alle Japaner reden offen über die Katastrophe. Keiner verschweigt, dass hier etwas passiert ist, keiner versucht Gespräche darüber abzublocken, alle machen sich Sorgen über den weiteren Verlauf.
- Auch die Medien berichten darüber.

Um herauszufinden wie der Stand vor Ort nun wirklich aussieht, muss man wohl persönlich zum Kraftwerk fahren, um sich davon zu überzeugen. Ich selbst werde es nicht tun, möchte es so manchem 9Live Reporter aber fast ans Herz legen... aus ganz unjournalistischen Gründen.

Ich selbst kann sagen, dass ich eher keine Lebensmittel aus Fukushima, oder Ibaraki kaufe, auch wenn es Quatsch sein mag. Mir würden meine Gedanken einfach einen Strich durch die Rechnung machen, wenn ich mein leckeres Essen zubereite, aber die ganze Zeit daran denken muss "Hmm, lecker Spinat aus Ibaraki.. gerade esse ich seine Augen und das war ein Bein. Jetzt schreit er um Hilfe."
Wenn dann aber aus Unachtsamkeit doch mal was im Einkaufskorb landet - und das ist schon öfter passiert - ist es mir dann irgendwie auch egal und es wird mit einem Schulterzucken verspeist.

Passend dazu, meine neuste 3DS Bekanntschaft:
Vielleicht google ich gleich mal, was so die Überlebensprognosen sind, wenn man an jemandem aus Fukushima vorbeigeht und sein Mii trifft...

Soviel also zu diesem ernsten Thema.


Kommen wir zu den vergnüglicheren, aber auch sehr wichtigen Dingen. Meine neusten Einkäufe:

Ich habe mir meinen 4. 3DS gekauft, yaaaaaaaaay. Und zwar die Dragon Quest Special Edition.
Viele fragen sich jetzt "Warum?!", (ich mich auch) aber bald kommt Zelda raus und dank des Region Locks ist mein deutscher 3DS dafür nicht zu gebrauchen, also.... völlig legitim. Ich möchte doch nicht einer von diesen komischen Leuten sein, die sich Spiele aus Deutschland importieren, wenn sie in Japan sind... ich bin lieber einer von den komischen Leuten, die 4 3DS haben.

Ich habe eine neue Tasse geschenkt bekommen. Es ist eine Katze drauf (davon hab ich so wenige), sie heißt Fufu Neko und das finde ich echt lustig.
Laut Sven gucke ich genauso, wenn ich etwas blöd finde.

In Japan gibt es ja alle möglichen Sorten an KitKats und Häagen Dazs-Eis, vor allem von letzterem auch echt komische Sorten wie Süßkartoffel:
Das ist übrigens eine Limited Edition. Schmeckt aber wirklich sehr gut!
Kürbis-KitKat an Halloween und Erdbeer-KitKat. Beide nicht so lecker.
Zu Svens Pech habe ich ausserdem Super Mario Überraschungseier entdeckt. Darin können 12 verschiedene Figürchen drin sein, die ich leider alle haben möchte.

Das sind nicht alle, also muss ich noch mehr kaufen muaha
Außerdem gab es zu Svens Pech eine Grinsekatzen-Lampe, die das Gesicht der Grinsekatze an eine Wand projezieren kann. Die musste ich auch haben.
 ...und die Figur mit den zwei spielenden Katzen und dem Ball, die sich bewegen wenn die Sonne draufscheint, auch.

Für andere Leute herausgeworfenes Geld, für mich Grund freudestrahlend und kreischend durch Tokyo zu springen. Das war aber erstmal alles.

Weiter zu den Dingen, die wir in letzter Zeit unternommen haben: Nicht so viel!

Da wäre zum einen das "Oktoberfest" in Kawagoe. Stellte sich heraus, dass es 8 Bierzelte, verteilt auf 50km Fußweg waren. Zur Hälfte schon ausverkauft und dicht, zur anderen Hälfte völlig überteuert mit 900Yen für eine Flasche Köstritzer oder dergleichen (die kostet in Deutschland wie viel?). Außerdem gab es Hamburger (Hä?), aber keine Bretzel. Alles in allem echt bescheuert. Aber Kawagoe ist sehr schön, viele Häuser sehr alt und noch in ihrer traditionell japanischen Bauweise. Hier ein paar Fotos:

Es waren echt viele Leute da. Echt viele Leute haben also einen falschen Eindruck von Deutschland und vor allem dem Oktoberfest bekommen.



In Kawagoe kann man sich per Rikscha durch die Gegend kutschieren lassen.

Japanische Messer. Nicht gerade billig, aber scheinbar von guter Qualität.

Der Glockenturm, Kawagoes Wahrzeichen.


Kawagoe ist dafür bekannt, alles mögliche (vorallem Süßes) aus Süßkartoffeln herzustellen.



In einer Straße gab es viel selbsthergestelltes Spielzeug


Wenn man klatscht kommen Kois angeschwommen. Warum weiß ich nicht, aber ich habe nachdem mir das gesagt wurde 5 Minuten damit verbracht zu klatschen und Kois anzugucken.


Softeis. Unter anderem die Sorten Wasabi und Pfirsich. Standardmäßig Süßkartoffel und das ist echt lecker! Wer mal nach Kawagoe kommt, muss unbedingt Süßkartoffelsofteis essen!



Das war also das Oktoberfest... im Endeffekt haben wir uns eigentlich mehr Kawagoe angeguckt und das hat sich definitiv gelohnt!

Außerdem waren wir im berühmten Yoyogi-Park picknicken. Vor dem Parkeingang führte eine unbekannte Girlband ihre Lieder vor und hatte auch richtig viel Publikum. Anscheinend ist hier der Ort, um groß rauszukommen. Besonders gut singen konnten sie leider nicht.
Davon abgesehen schmückten diverse große "HUNDE VERBOTEN" Schilder den Eingang. Was lustig ist, weil der Park voll von Hunden war und es hat niemanden gejuckt. Mich hat es gefreut.

Sushi, Jijime, Kimchi mit Reis, gesüsste Süßkartoffeln als Nachspeise. Extra für mich, ohne dass ich darum gebeten hätte, Sushi mit Tofu(und die Person habe ich vor dem Picknick erst einmal getroffen! Ich hab mich echt gefreut). Das Zwiebelbrot ist von uns.

Besagte Girlband








Ein Baum. Im Hintergrund ein Klohäuschen
Zwischendrin verspürten wir den Drang, Bier zu kaufen und sind nochmal durch die Stadt. Dort fand ich das:

Das war ein schöner Tag im Yoyogi Park. Ich möchte an dieser Stelle einmal sagen, dass alle Koreaner (alle aus Südkorea bisher) die ich bislang kennenlernen durfte furchtbar nette und zuvorkommende Menschen sind. Außerdem haben sie Kimchi erfunden, allein deshalb ist Korea großartig.

Zu guter letzt haben ein paar unserer WGler samt uns eine Halloweenparty geschmissen, inklusive Trick&Treating (worauf die Amerikanerin bestanden hat). Auch das war sehr lustig. Da die Fotos denke ich für sich sprechen, belasse ich es dabei:
Pikachuuuuuuuu!






Ein Besuch im Konbini, die Angestellten waren total unbeeindruckt

Er war am gruseligsten, unser Zahnarzt in spe






Das war also unser Halloween. Für das Trick&Treating haben wir selbstgemachte Bretzel gemacht. Und für das erste Mal waren die echt lecker, wenn ich mir das Eigenlob erlauben darf. Allerdings kann ich keine Bretzeln legen, meine sagen aus wie Aliens.

Sven und ich haben außerdem eine neue Freundin. Neuerdings rennt sie schon mauzend auf uns zu, wenn sie uns sieht. Ich konnte mir nicht verkneifen sofort die Bepanthensalbe auszupacken als ich sie das erste Mal sah, weil ihre Ohren schlimm blutig aufgekratzt waren und ihre Nase aussieht, als hätte eine andere Katze darauf rumgekaut. Zum Glück sieht das mittlerweile etwas besser aus (sonst zerr ich dich zum Tierarzt Mieze, also pass auf...).
Die Hälfte von dem extra für sie gekauften Futter hat sie stehen lassen. Sie ist die verwöhnteste Straßenkatze, die ich je kennengelernt habe. Sie wird aber auch von allen Leuten hier in der Umgebung gefüttert...


Und das war es erstmal wieder von mir. Da in nächster Zeit keine großartige Unternehmung geplant ist, könnte der nächste Blogeintrag wieder auf sich warten lassen. Wir werden sehen!