Ich könnte jetzt behaupten, dass es volle Absicht war, seit letztem Mai nicht mehr geschrieben zu haben, weil ich wegen des Rückflugs nach Deutschland zu aufgeregt war, es nichts mehr zu sagen gab, oder ich abwarten wollte, was sich in der Heimat jobmäßig entwickelt ...
Aber das wäre eine Lüge. Ich bin einfach nur faul.
Seit mehreren Monaten gammelt da ein Bilderordner auf meinem
PC rum, der schimpft sich "Letzter Blogeintrag Bilder". Der
Blogeintrag mit den letzten Eindrücken aus Japan war fest geplant … und hier
ist er, mein letzter Blogeintrag!
Nur ein bisschen anders, denn ich kann gar nichts mehr groß zu
den Bildern sagen, weil ich vergessen habe, wann was war :D
Daher streue ich nun ohne viele Worte Bilder ein. Das war also noch nach Okinawa:
Daher streue ich nun ohne viele Worte Bilder ein. Das war also noch nach Okinawa:
In Shibuya:
Noch ein Besuch beim Meiji-Tempel:
In Odaiba, wo zu der Zeit ein "Oktoberfest" war und wo der berühmte Gundam steht (ich habe btw. Angst vor den Transformers-Filmen und dieses Ding hat sich auch noch ein bisschen bewegt ... so IN ECHT):
| Yeeaaaaah, wer will nicht 6€ für ne Flasche Hofbräu ausgeben?! |
Im Kaiserpalastgarten:
Beim Tätowierer:
| "Ich habe 1 Jahr Tokyo überlebt!" |
| Svens Tattoo sah sofort aus wie verheilt |
| Meine Lehrerin (die, die das Peace-Zeichen macht), hat mir Sailor Moon Gacha geschenkt. Total toll. |
Random:
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| Aloe Vera Joghurt |
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| Weil Obama Japan einen Besuch abstattete, waren die Mülleimer versiegelt worden ... |
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| "Besoffen die Gleise entlangzugehen ist gefährlich" |
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| Tomate-Kirsche, das war sooo ekelhaft |
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| Möhre-Orange, das war noch ekelhafter |
| Golden English |
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| More golden English |
Die letzte Zeit in Japan war eigentlich nur noch geprägt von
„Ich will eigentlich am liebsten heute schon zurück“ und „OMGOMG, nur noch so
wenig Zeit, ich will noch so viel machen!“.
Aber was mir am Anfang große, glitzernde Augen beschert hat
– Tokyo mit seinen riesigen Wolkenkratzern, den monströsen Werbedisplays, den
unglaublich vielen Menschen und Geräuschen und und und – hat am Ende nur noch
genervt. Wenn man für längere Zeit irgendwo lebt, dann hat man seine Routine
und dazu gehören eben auch alltägliche Erledigungen. Und wenn man das alles in
Tokyo machen muss, ist das ätzend. Zum Beispiel in Shibuya:
Ein bisschen wehmütig ob der ganzen „letzten
Male“ war ich aber schon. Das letzte Mal zu Sushiro, die letzte Houseparty, das
letzte Mal zu unserm Supermarkt, das letzte Mal PASMO aufladen und Zug fahren
und dann sich von allen liebgewonnen Menschen verabschieden und von unserem
Kleiderschrank, aka Zimmer.
Aber am 6.6.14 war der Zeitpunkt gekommen und es ging zurück.
Wir waren so aufgeregt, wir haben nicht geschlafen und den letzten Abend/die
letzte Nacht mit unseren Freunden verbracht.
Dann folgte die Zimmerübergabe, alles paletti und das letzte
auf Wiedersehen. Jerome hat uns noch ein paar Zugstationen lang begleitet und
dann ging es zum Flughafen, nächster Halt: Düsseldorf! Ach nein ... erst
München -.-
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| Alle sind extra früh aufgestanden |
Wir hatten vorher schon rund 25 Kilo Zeug per Schiffsfracht
nach Deutschland geschickt. Das hat uns schon mal eine große Last von den
Schultern genommen (wortwörtlich), aber ich habe mich ja nicht gerade zurückgehalten,
was das Kaufen von coolem Kram angeht und dann standen wir die letzten paar
Tage vor dem Rückflug da … 80Kilo Freigepäck plus Handgepäck und es reicht doch
nicht, weil Desi Unmengen an Merchandise kaufen musste. Wir mussten aber nicht
viel da lassen. Nur der Zoll bereitete uns Kopfzerbrechen, aber nuja, alles
rein damit und ab durch die grüne Schleuse #yolo
Außerdem hatten wir unsere großen Koffer von einem
Unternehmen vorher schon mal zum Flughafen bringen lassen, denn mit so viel
Gepäck unter der Woche Zug zu fahren ist in Japan reinster Selbstmord. Das
könnt ihr ja mal als Mutprobe machen.
Am Flughafen Haneda haben wir noch unser letztes japanisches
Essen eingenommen (Ramen) und sind ein bisschen umhergestreift und dann ging's
los. Ich war soooo aufgeregt.
Es war schon komisch, an Bord waren natürlich auch deutsche
Stewardessen und Stewards. Sehr eigenartig, nach einem Jahr wieder Deutsch zu
hören... so von anderen Leuten, ohne beteiligt zu sein.
Irgendwann folgte dann das erste deutsche Bier seit langem
und an mehr erinnere ich mich auch nicht, was den Flug betrifft :D
In München angekommen, hat mich der erste Kulturschock
getroffen. Ich habe damit GAR NICHT gerechnet. Ich hatte in Bezug auf
Deutschland eine total rosa rote Brille auf, die mir dort aber rigoros runtergerissen wurde, gefolgt von zwei Ohrfeigen und einem Tritt in den Hintern:
Boar, sind wir Deutschen unfreundlich! Ob als Kunde, oder als Angestellte, wie
unverschämt wir zum Teil sind! Das war ich überhaupt nicht mehr gewohnt.
Und was für andere Kleinigkeiten mir noch aufgefallen sind,
zum Beispiel, dass wir mit Vorliebe im Weg stehen und uns keinen Zentimeter
bewegen, obwohl wir sehen, dass jemand vorbei möchte.
Das hat mich ja schon immens genervt. Aber vielleicht sind die Münchner ja auch einfach nur so kack unfreundlich … dachte ich mir da noch so.
Das hat mich ja schon immens genervt. Aber vielleicht sind die Münchner ja auch einfach nur so kack unfreundlich … dachte ich mir da noch so.
Egal, auf nach Düsseldorf! Dort angekommen stand dann der
gefürchtete Gang durch den Zollbereich an … oder auch nicht. Wie toll es ist,
wenn man Freunde hat, die am Flughafen arbeiten :D Unsere Freundin (und dortige
Angestellte) Lara wusste, wann wir ankommen würden und wartete schon am Ausgang
auf uns. Ihr sind wir dann hinterhergedackelt und konnten ungeschoren
davonkommen. Allerdings war der Zollbereich dann sowieso unbesetzt … höhö.
Ich habe es auf dem Weg nach draußen dann noch geschafft,
meine Jacke zu verlieren, aber das war mir dann auch egal. Meine Tante und mein
Onkel warteten schon auf uns und schlossen uns in die Arme. Ein tolles Gefühl,
Familie nach so langer Zeit wiederzusehen.
Noch toller, wenn die eigene Mutter gar nicht weiß, dass man
ne Woche früher aus Japan wiederkommt und man sie dann an der Haustür
überrascht. Das war nämlich der Plan *muahaha* und der ist voll
aufgegangen.
Die Autofahrt von Düsseldorf nach Wuppertal ist ja nun nicht
lang und als wir vorfuhren, war meine Mutter ausgerechnet gerade mit den Hunden
draußen und hat das Auto meines Onkels erkannt. Wir duckten uns also schnell,
ich kam mir vor wie im Kindergarten, aber das wars wert. Sie war erstmal genug
abgelenkt, denn sie dachte, dass mein Onkel und meine Tante doch eigentlich
noch im Dänemark-Urlaub sein müssten. Also nutzte ich die paar Sekunden ihrer Verwirrung, stieg
geduckt aus dem Auto aus und SPRANG ihr ins Gesichtsfeld. Die Hunde sind
komplett ausgerastet – Check – und meine Mutter auch – Doppelcheck – Mission
accomplished. Das war toll.
Yoko ist so ein untypischer Kater, der war gar nicht
beleidigt, hatte erstmal nur Schiss aber nach ein paar Stunden war er wieder
ganz mein Kuschelmonster. Eeeeeeendlich wieder Zuhause.
Es folgten ein paar Wochen Nichtstun und einleben und dann
ging der Ernst des Lebens los: die Jobsuche! Mein Ziel war ja schon seit Jahren
gesteckt, ich wollte Übersetzerin für Spiele werden!
Also auf ans Bewerbungen schreiben … *spoileralert* Ich habe
genau eine Bewerbung geschrieben.
Die Jobs in diesem sehr speziellen Bereich sind sehr rar
gesät, aber eine Firma suchte zu der Zeit tatsächlich nach Übersetzern. Eigentlich hatte ich nicht viel Hoffnung,
dass ich genommen werde. Es wurde nach wem mit Erfahrung gesucht, die hatte ich
ja nicht. Aber das Tolle an dieser Bewerbung war, dass man gleichzeitig auch
einen Übersetzertest machen und mitschicken musste. Das war ziemlich gut und
genau das sah ich als meine Chance. Und nicht lange nachdem ich die Bewerbung
samt Test abgeschickt hatte, wurde ich zum Vorstellungsgespräch nach Berlin
eingeladen.
Ich hatte määäächtig Bammel, weil ich mich mental überhaupt
nicht darauf vorbereitet hatte, wirklich eingeladen zu werden. Vor allem weil
ich direkt nach der Bewerbung eine Mail erhielt, nach dem Motto „Wir
selektieren gerade die zig Bewerber, Sie hören dann von uns ... *lol*“.
Also auf nach Berlin. Das Vorstellungsgespräch war ganz
anders, als gedacht. Total locker und so gar nicht gemein. Dadurch, dass es komplett
auf Englisch war, stellte man wohl die für den Job wichtigste Voraussetzung
fest: ob der Kandidat wirklich Englisch kann, oder eben nicht. Und ob man auch
selbst Spiele spielt und dementsprechend mit Spiele-Lingo vertraut ist, war
natürlich auch total wichtig. Diese Qualität bringe ich ja zur Genüge mit
*höhö*.
Jedenfalls habe ich mich direkt gut aufgehoben gefühlt und
gehofft, eine positive Antwort zu erhalten. Was ich mir davor für einen Kopp
gemacht habe! Im Nachhinein muss ich sehr darüber lachen, darüber nachgedacht
zu haben, meinen Nasenpiercing rauszunehmen, weil sich das bei einem
Vorstellungsgespräch womöglich nicht gehört (trotzdem ließ ich ihn aus Prinzip drin). Als mir eine tätowierte Dame die
Tür öffnete, war das Problem schon mal geklärt. Sehr sympathisch.
Jedenfalls erhielt ich 1 oder 2 Wochen später dann eine
positive Antwort! Whohooooo~ ...ups, jetzt muss ich ja nach Berlin ziehen!
Und DAS war der Horror! In Berlin eine Wohnung zu finden ist
schwerer, als einem Japaner Englisch beizubringen. Was das bedeutet, kann sich
nun jeder selbst überlegen.
Am 1. September sollte ich anfangen und eine Woche vorm
Stichtag fand ich dann endlich eine Wohnung. Phew. Ohne Besichtigungstermin
natürlich.
Hier angekommen war ich richtig geschockt. In Wuppertal
wohnte ich direkt neben einem Wald und einer ruhigen Straße, in Tokyo zwar
direkt neben einer Autowerkstatt, aber das Umfeld mutete auch eher nach ruhigem
Wohnviertel an und in Berlin sollte ich nun hier wohnen:
Uiuiui, das gefiel mir gar nicht. Aber was solls, ich war
einfach nur froh, ein Dach über dem Kopf zu haben und außerdem würde ich ja
Vollzeit arbeiten.
Und dann ging der Job los und hier bin ich nun. Die Büros
liegen direkt an der Spree, meine Kollegen sind toll, ich kann mir meine
Arbeitszeiten selbst aussuchen, es wird viel für die Mitarbeiter getan
(Shiatsu-Massagen, Yoga, freie Getränke und Obst, Sprachkurse, sonstige
Veranstaltungen und Feiern …) und die Arbeit ist super. Ich habe in der kurzen
Zeit schon total viel gelernt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass einem von
Anfang an viel zugemutet wird, oder sagen wir mal, es wird viel Vertrauen in
die Mitarbeiter gesetzt, auch wenn sie neu sind. So habe ich nun schon viele
Spiele kennengelernt und mitübersetzt.
Wenn mir jemand vor Japan gesagt hätte, dass ich in Deutschland
eine Bewerbung schreiben und dann direkt als Spieleübersetzerin eingestellt
werden würde, hätte ich denjenigen wohl ausgelacht.
Umso toller finde ich es, diesen Blog mit folgenden Worten
zu schließen:
やったああああ~!!!
Und danke an alle, die meinen Blog verfolgt haben!











