Montag, 16. September 2013

Ich war auf "Kurzarbeit" :D

Vor einiger Zeit habe ich unerwartet eine Mail von der internationalen Schule bekommen, wo ich mich als Kunstlehrerin für die Kinder dort beworben hatte, aber leider nicht genommen wurde.
Nun suchte man für zwei Termine, wo der eigentliche Kunstlehrer (es ist jemand mit ner pädagogischen Ausbildung, da konnte ich also verstehen, dass sie ihn mir vorgezogen haben) keine Zeit hat aber einen Ersatz und so hat man mich gefragt. Naja, für zwei mal je 1 1/2 Stunden Arbeit 5000Yen (40€), klar, wieso auch nicht?

Einen Termin habe ich schon hinter mir und es war erstaunlich gut. Die Kinder waren um die 4 Jahre alt und entgegen meiner Erwartungen hörten sie 1a auf mich! Keine Spur Nörgelei, Zickigkeit, Unverschämtheit, nichts! Darunter waren japanische, amerikanische und englische Kinder.

Aber von Anfang an: Die Schule ist in Azabujuban, da ist die Highsociety Japans unterwegs und anscheinend gehen deren Kinder zum Teil auch auf diese Schule. Grundsätzlich habe ich mich also völlig fehl am Platz gefühlt :D
An der Station angekommen war ich mal wieder vollkommen verloren, denn sie hat 7 Ausgänge und ich hatte vergessen, welchen ich damals als ich das Vorstellungsgespräch hatte genommen habe. Mein GPS auf dem Handy hat mal wieder nicht funktioniert, also habe ich einen Japaner gefragt, der mich dann in eine Richtung lotste.
Zwischen teuer anmutenden Läden und Restaurants irrte ich dann durch diesen unglaublich riesigen und hektischen Teil Tokyos... und verlief mich schnell wieder. Kurzerhand fragte ich eine Japanerin, die mit ihrer kleinen Einkaufstasche aus einem offensichtlich sehr teuren Geschäft und dem Sonnenschirm um ihren weißen Teint beizubehalten voll ins Bild passte - im Gegensatz zu mir in Leinenhosen und Videospiele T-Shirt.
Hier machte sich dann sofort wieder einmal bemerkbar, woher die Japaner ihren guten Ruf hatten: Sie holte ihr Handy raus, suchte per GPS und bot mir dann direkt an, die Strecke mit mir zu gehen, damit ich auch wirklich ankomme. Unglaublich! Natürlich habe ich abgelehnt, aber sie meinte es wäre kein Problem und ging tatsächlich mit mir. Ich habe mich total über diese Geste gefreut und mich im Anschluss, als ich wiedererkannt habe wo ich war, tausendmal bedankt.

So, dann war ich also da.... und sicher erinnert ihr euch an das Fiasko mit den Zügen beim letzten Mal, als der gesamte Zugverkehr stillstand? Ja, deshalb wollte ich diesmal auf Nummer sicher gehen und bin riiiiiiiiichtig früh los. Da es aber keinerlei Komplikationen gab (außer dass ich kurzzeitig in Azabujuban verlorenging) war ich jetzt 45 Minuten zu früh und es war natürlich brühend heiß.
Zum Glück war aber direkt gegenüber der Schule ein kleiner Park samt Bäumen und Sitzbänken. Dort habe ich mich dann hingesetzt und noch etwas gelesen.
Rechts hiervon ist ein Restaurant mit Preisen, die Azabu gut widerspiegeln: Nichts unter 6500Yen (knapp 55€). Ich glaube das teuerste kostete 13500 Yen(knapp über 100€)

Wie immer ist es nicht erlaubt, den Rasen zu betreten








Etwas zu schmunzeln gab es auch hier, denn an den umzäunten Bäumen hing dieses Schild:

"Bitte lassen Sie ihre Hunde nicht an die Bäume oder das Grün urinieren"
Ja aber wohin denn dann? Auf die Steine? Ist das etwa besser? Sehr lustig.
Kurz darauf kam eine Frau mit zwei Schnauzern an der Leine, die sobald sie diesen Bereich betrat plötzlich anfing zu laufen. Und ich wusste genau wieso, denn das tue ich auch immer mit meinen Hunden, wenn ich nicht will, dass sie gerade dort hinmachen, wo ich gerade mit ihnen lang gehe. Ich musste mich soooo zusammenreißen nicht zu lachen, als diese buchstäblich feine Dame mit ihren zwei frisierten Schnauzern in der Hitze plötzlich anfing zu rennen, damit ihre Köter nirgends hinpinkeln, umgeben von tollem Rasen und schönen Bäumen, also eigentlich das Hundeparadies hahaha.

Danach war es auch soweit und ich machte mich auf den Weg zur "Arbeit".
Wie gesagt war es wirklich ganz nett. Ich hatte nur 4 Kinder und mir stand eine Erzieherin zur Seite, die mir geholfen hat. Ich hatte geplant, mit den Kindern 3D Schmetterlinge aus bunten Crepepapierkügelchen zu machen, was sie auch gut fanden und ihnen scheinbar Spaß gemacht hat. Wo ich auf Englisch nicht weiterkam, habe ich Japanisch geredet und alle haben meine Anweisungen verstanden, klasse. Ich war zufrieden, die Chefin scheinbar auch. Am Ende haben sich alle Kinder ganz artig bei mir bedankt und verabschiedet "See you next week, Miss Desi" und wurden dann von ihren Eltern abgeholt.
Nächste Woche basteln wir daran zuende.

Als ich dann aus der Schule gegangen bin und die erste Straße überqueren wollte, musste ich warten bis alle Autos vorbeigefahren sind... ja, klar, logisch. Aber als ich näher hinsah, blieb mir wieder der Mund offen: Es fuhr wirklich kein einziges Auto eines Normalsterblichen an mir vorbei. Da war ein Hummer, ein Porsche, die dicksten Audikarren und Mercedes. Keine Spur Nissan oder sowas. Jetzt würde ich wirklich furchtbar gerne wissen, wie hoch die Mieten der Wohnungen in Azabu sind, die Richtung Hauptstraße zeigen. Wahrscheinlich immer noch unbezahlbar, aber wer will denn da wohnen?!

Naja, das war jedenfalls mein erster und vorletzter Arbeitstag.
Hier noch ein paar Fotos von Nakai, der Station an der ich umsteigen musste.
Hier sieht man die Plastikattrappen der Gerichte gut. Das machen die meisten Restaurants, damit die Gäste sich vorstellen können, was sie dort bestellen könnten.

Ja, ich hab das Restaurant nur wegen dem Hund fotografiert :D




Danach habe ich auch noch ein Video von dem Weg aus der U-Bahn-Station gemacht (weil der Weg so lang ist), leider völlig verwackelt, weil ich möglichst dezent filmen wollte und die Kamera deshalb ganz unauffällig neben meiner Hüfte gehalten habe. Nicht mein genialster Moment, aber nunja. Vielleicht uploade ich das trotzdem irgendwann mal.



Ein paar Tage danach haben Sven und ich einen Spaziergang gemacht, da es einigermaßen frisch draußen war. Ohne viele Worte auch davon ein paar Fotos:




Man beachte das Dach, deshalb habe ich das Haus fotografiert.


Eines von den vielen kleinen Gemüsefeldern hier in der Gegend




Kastanienbäume



Ein Friedhof



Bambus, direkt neben einer Hauptstraße


Jawoll....

Einer der kleinen Gemüsehändler, bei denen wir immer einkaufen




Und dann hat mich Emily, meine Freundin aus England, überrascht als sie mir das hier schenkte:


OH MEIN GOTT, DUNKLES BROOOOOT
Richtig deutsches Brot, aus einer Bäckerei. Auf der Rückseite steht in Katakana:
 "ロッゲンフォル コンブロート"
Na, wer möchte sich mal daran versuchen? Einfach per Google nach "Katakana" suchen und anhand der Liste übersetzen. Ich schreibe die Lösung am Ende des Eintrags ;)


Morgen (16.September) ist hier nationaler Feiertag und eigentlich wollten wir Bowlen gehen. Aber natürlich kommt genau passend eine Taifunwarnung, sodass das wohl sprichwörtlich ins Wasser fällt und wir Zuhause bleiben (müssen). Während ich hier sitze rauscht und heult es draußen auch schon ordentlich :/ Tja, Pech gehabt.


So, zu guter Letzt habe ich letztens noch einen schönen Sonnenuntergang fotografiert:




Und um einen Kontrast zu schaffen, hier noch ein Foto der letzten Party:
Der Job des japanischen Herren da unten links ist übrigens Anime- und Mangazeichner. Leider weiß ich nicht konkret von welchen Projekten, muss ich ihn mal fragen...

Und das wars auch mal wieder!


Die Lösung für das Katakanarätsel ist: Roggenvollkornbrot! Und ja, es war lecker :)

Mittwoch, 4. September 2013

Meine letzten Errungenschaften

Nur ein kleiner bebildeter Eintrag über die Dinge, die ich einfach kaufen musste.
Eigentlich laufe ich ja täglich an irgendeinem Kram vorbei, den ich am liebsten sofort hätte, aber ich kann mich da gut zurückhalten. Bei diesen Sachen aber nicht und das lag vor allem daran, dass sie wirklich erschwinglich waren.

Zu allererst einmal meine neue Zahnbürste:
Welcher Nintendofan könnte sich bei einem Preis von 105Yen da zurückhalten?


Valkyrie Profile für die PSX wollte ich schon lange haben, wenn man sich aber die eBay Preise anguckt, überlegt man sich es schnell anders... 
Bei einem Preis von 500Yen, geht der Wunsch endlich in Erfüllung :D Der Book-Off Store hatte echt viele tolle alte Spiele, das wird also nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Zu guter letzt habe ich heute in einem der vielen Geschirrwarenläden diese Schalen entdeckt.
Generell haben japanische Geschwirrwarenläden Dinge, von denen man in Deutschland als Fan von niedlichem Krimskrams nur träumen kann: Diverse Tee-/Sakekännchen in Tierform (besonders beliebt sind Katzen und Hasen), zig Gläser und Tassen mit den niedlichsten Motiven die man sich vorstellen kann, Besteck mit Tierköpfen, Essstäbchen in tollem Design, Bentoboxen mit Tiermotiven und und und... das alles auch recht günstig! Wie zur Hölle bekomm ich das alles bloß nach Deutschland?!

Diese beiden Schalen haben zusammen 1155Yen gekostet.

Diese dient jetzt als Obstschale

Und die als Müslischale


Sobald ich nen Job hab....

Dienstag, 3. September 2013

Japanisches Essen und "Das bescheuertste Vorstellungsgespräch in das man geraten kann"

Heute möchte ich ein wenig über meine ersten Versuche berichten, die japanische Küche etwas kennenzulernen.
Sven und ich haben uns lange davor gedrückt japanisch zu kochen, einfach weil wir immer wie zwei Fragezeichen in den Supermärkten standen und mit den dortigen Zutaten nichts anfangen konnten.
Deshalb war unsere Ernährung echt einseitig: Kartoffeln, Reis mit Gemüse, Instantramen und solche Sachen.

Während einer schlaflosen Nacht (es ist übrigens jetzt 11 Uhr Vormittags und ich habe noch nicht geschlafen... jetzt werde ich den ganzen Tag wach bleiben) habe ich mich dann aber mal vor den Laptop gesetzt und ein bisschen recherchiert, was die japanische Küche so hergibt. Und ich war recht erfolgreich! Endlich habe ich für einen Teil der Lebensmittel einen Namen und weiß, was man so damit anstellen kann.

Ich hatte mir auch gleich zwei Rezepte rausgeschrieben: Okonomiyaki und Gebratener Renkon

Okonomiyaki heißt ganz grob übersetzt "brate, was du magst" und genau das tut man auch: Man benutzt Zutaten die man gerne mag / die übrig sind und macht daraus so etwas wie einen herzhaften Pfannkuchen.
Allerdings sollte man bei der Grundzutat bleiben und zwar Weißkohl. Was auch optional aber definitiv sehr sinnvoll ist, ist geriebene Nagaimo. Nagaimo ist eine Wurzel, die gerieben eigentlich keinen Eigengeschmack hat, aber super als natürlicher Kleber funktioniert. Da in Okonomiyaki viel gehacktes Gemüse, aber wenig Mehl drin ist, war das auf jeden Fall sehr hilfreich, denn so haftete auch wirklich alles aneinander.
Sven und ich haben zu unserem Okonomiyaki noch Frühlingszwiebeln und roten Ingwer gemischt.


Oben drauf kommt eine spezielle Okonomiyakisauce, dann Mayonnaise und zu guter letzt Katsuobushi (Fischflocken), das kann man aber auch alles weglassen, wenn man es nicht mag.

So sah das Ergebnis aus:
Hat sehr gut geschmeckt und war eigentlich ganz einfach. Okonomiyaki haben wir definitiv in unseren Speiseplan mit aufgenommen.
Für alle, die das auch einmal machen möchten, ich habe nach folgendem Rezept gekocht: http://www.japanesecooking101.com/okonomiyaki/

Dann war der gebratene Renkon dran, von dem ich leider kein Foto habe.
Renkon, oder Lotuswurzel, ist bislang meine liebste japanische Zutat, denn damit kann man wirklich viel machen und es schmeckt echt lecker. Wir haben den Renkon in Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln, Knoblauch und rotem Ingwer angebraten, mit etwas Soyasauce gewürzt und dann zu Reis gegessen.
Also auch ein einfaches und schnelles Gericht!

Dann habe ich mich auch noch an Wakamesalat, also Algensalat probiert, was mir auch gelungen ist. Wakame findet man übrigens auch in Deutschland, für alle die einmal Algensalat machen möchten.
Er kommt getrocknet in kleinen Plastiktüten in die Geschäfte. Zuhause weicht man ungefähr eine Hand voll (für zwei Personen) davon für 10 Minuten in Wasser ein, in der Zeit schneidet man eine Gurke in feine Scheiben und salzt diese gut. Dann einfach den Wakame und die Gurkenscheiben abgießen und ausdrücken (also wirklich in die Hand nehmen und quetschen) und vermischen. Ein paar Sesamkörner drauf, etwas Soyasauce wenn man mag und fertig. Ebenfalls gesund und lecker.

Jetzt zu etwas ungesundem: Das beste Eis der Welt!!

Das ist Wassermeloneneis. Es sieht aus wie eine Scheibe Wassermelone, sogar mit grünem Rand und mit Kernen im Fruchtfleisch drin (Schokostückchen) und das ganze ist mit Schokolade überzogen.
Schmeckt einfach großartig, vor allem weil es dem Wassermelonengeschmack wirklich extrem nahe kommt!
Wahrscheinlich wurde da soviel Energie und Aufwand reingesteckt, weil sich hier selten jemand eine Wassermelone leisten kann. Die kosten hier nämlich zwischen 15-25€. So bezahlt man nur 80Cent und hat auch Wassermelonengeschmack... plus viel mehr Kalorien zwar, aber dafür hat man ja auch Schokolade ;)


So, aber genug vom Essen und zu einem ernsteren Thema: Das Vorstellungsgespräch bei der Firma, die Videospiele übersetzt. Das war ein riesen Reinfall! Ich habe mich so auf das Vorstellungsgespräch gefreut und mich extrem gut vorbereitet und dann stellt sich alles als große Lüge heraus...

Aber von Anfang an:
Ich war natürlich überpünktlich, also habe ich mich ersteinmal dort im Ort etwas umgesehen und Zeit totgeschlagen. 10 Minuten vor dem Termin ging ich dann rein und stellte mich vor.
So ein typischer alter, grummeliger Japaner hat dann das "Gespräch" mit mir geführt, wobei er mir eigentlich kaum Fragen gestellt hat, nur ob ich schonmal als Übersetzer gearbeitet habe (ich habe vorher gesagt, dass ich gerade erst meinen Uniabschluss in der Tasche habe, wie soll das denn gehen?) und dass es ja ein langer, harter Weg ist, wenn man Übersetzer werden möchte.
Ja, das ist mir klar und was sollte mir das sagen?
Wieso ich mich beworben habe, wieso ich gerade dort arbeiten will, was meine Stärken/Schwächen sind, eben die typischen Vorstellungsgesprächsfragen hat er mir gar nicht gestellt. Dabei saß ich schon auf heißen Kohlen und wollte meine toll vorbereiteten Argumente auspacken, von wegen "Wieso sollten wir ausgerechnet Sie nehmen und niemand anderen?"

Stattdessen ging es dann aber ans Eingemachte und dabei kam heraus: Weder übersetzt die Firma derzeit Videospiele, noch haben die momentan überhaupt irgendwelche Aufträge in Aussicht.
Das Spielegeschäft laufe ja so schlecht (bei der Aussage konnte ich echt nur dumm aus der Wäsche gucken, denn das ist wirklich großer Blödsinn) und auf Aufträge für große Franchises wie Metal Gear etc. hat irgendeine ganz bestimmte Firma das Monopol. Deshalb übersetze man derzeit einfach nur stinknormale Texte, wenn denn welche in Auftrag gegeben werden.
ABER, die Firma hat an die 50 freiarbeitende Übersetzer für europäische Sprachen, die ja so gut sind, dass man die weiterhin nutzen wird und ich würde deren Übersetzungen nur auf Fehler etc. prüfen.
Und "glücklickerweise" (im Ernst, das war der einzige Moment, als sich das Gesicht dieses Mannes aufhellte) hat der Chef einer anderen konkurrierenden Firma sich ja vor kurzem wegen Depressionen umgebracht und deshalb sind sie jetzt wieder die einzigen, mit Übersetzern vor Ort. Darauf lachte er.

Warum schreibt man in einer Jobanzeige, dass man Übersetzer für Videospiele sucht, wenn man weder Übersetzer sucht, noch Videospiele übersetzt?! Und wie kommt man auf die bescheuerte Idee, einer frischen Uni-Absolventin an den Kopf zu werfen, wieso sie denn noch nicht als professionelle Übersetzerin gearbeitet hat, wenn sie doch als Übersetzerin arbeiten möchte? Dass ich hobbymässig schon viel gemacht habe, auch Vorzeigbares war ihm da recht egal. Ich hätte wohl schon mit Erfahrung geboren werden müssen, um da gut anzukommen.
Und wenn man wirklich nur Leute mit professioneller Erfahrung sucht, wieso läd man denn dann so Frischlinge wie mich überhaupt ein? Ich habe keinen Hehl daraus gemacht und irgendwas bei meiner Bewerbung verheimlicht.
Zwar wurde mir jetzt nicht direkt ins Gesicht gesagt "Wieso haben Sie denn bei dem Berufswunsch noch keine professionelle Erfahrung?" aber ich bilde mir ein, dass seine Blicke genau das gesagt haben.

Naja, wie auch immer. Dann kam es zum angekündigten Test. In der Mail hieß es, dass Gespräch und Test zusammen etwa eine Stunde dauern.
Grummelchen eröffnete mir aber, dass ich jetzt 3 englischeTexte bekomme ( Themen waren Kunst, Chemie, und ein Text über Recht) und ich zwei Stunden Zeit habe, um alle auf Deutsch zu übersetzen. Jau, danke für die genaue Info im Voraus. Das war so auch nicht abgesprochen, aber gut.

Nach etwa 1:10 Stunden war ich fertig, wobei der Kunst und Chemietext wirklich gut zu übersetzen waren, der letzte - scheinbar ein Anwaltsschreiben - war aber echt hart. Das war so die Art Text, die man als Deutscher in seiner eigenen Muttersprache schon kaum versteht und das eben auf Englisch.
Danach wollte ich eigentlich nur schnell weg, weil ich sonst vor Wut geplatzt wäre und diesem alten Sack mal gehörig die Meinung geblasen hätte, aber NATÜRLICH fing es auf einmal an zu regnen, als wären wir in Wuppertal und ich saß fest. Eine Angestellte (die einzig freundliche Person dort) wollte mich bei dem Monsun nicht gehen lassen, also habe ich mich etwas abseits ans Fenster gesetzt und gewartet. Als der Regen auch nach 15 Minuten nicht aufhören wollte, wurde es mir aber zu doof und ich wollte gehen. Mir ist es wirklich egal, ob ich nass werde, wenn ich doch eh auf dem Heimweg bin und mich dann umziehen kann...
Widerwillig ließ sie mich dann gehen, wollte mir aber partout ihren Regenschirm andrehen, was ich natürlich ablehnte. Ich habe bestimmt 3 Minuten lang mit ihr darüber geredet, dass ich ihren Regenschirm bitte nicht haben möchte und letzendlich hat sie aufgegeben. Ich habe mich dann noch einmal freundlich bedankt und bin in den Aufzug gestiegen und in dem Moment als die Tür fast zu ist, wirft sie tatsächlich noch ihren Regenschirm durch die Lücke.

Was ich von diesem Vorstellungsgespräch für die Zukunft mitnehme? Einen Regenschirm. Mehr definitiv nicht.