Mittwoch, 15. Januar 2014

Ein frohes neues Jahr... des Pferdes!

Ja, also, zuerst einmal: Frohes neues Jahr! 2014 ist das Jahr des Pferdes und somit möchte ich auch gleich passend zum Thema von "Hatsumode" berichten.

In Japan ist es zwar nicht Tradition an Silvester groß zu feiern und Feuerwerk in die Luft zu jagen, aber dafür gehen die Japaner traditionell am ersten Tag des neuen Jahrs, während wir alle noch mit dickem Kopf im Bett liegen, zu ihren Tempeln und beten für Glück und Gesundheit im neuen Jahr.
Selbstverständlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen und sind mit zwei unserer koreanischen Freunde zum nahegelegenen Tempel gegangen. Wir haben ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass dort viel los sein wird, weil es nur ein kleiner Tempel ist. Tja, da haben wir uns geirrt...
Das war die Schlange... und der Tempel war noch nicht einmal in dieser Straße
Knapp 1 1/2 Stunden später waren wir aber in Reichweite.

Zu diesem Zeitpunkt fingen wir dann an uns zu fragen, was genau man zu Hatsumode überhaupt macht. Klar haben wir den Ausländerbonus, aber beim Tempel anzukommen und dann erstmal irgendwen auf Japanisch zu fragen "Ähm, hallo. Entschuldigung, aber was muss ich hier eigentlich genau tun?!" war irgendwie nicht so die beste Lösung. Ein fragender Blick samt Schweißperlen auf der Stirn zu Sumin brachte auch nicht den gewünschten Erfolg ("Was guckst du mich an?! Ich bin Koreanerin!")
Alles halb so wild. So lange bin ich ja noch nicht aus der Uni raus, also wusste ich noch wie das gute alte "Abgucken" funktioniert. Aha.. man nehme eine 5Yen Münze, werfe sie in den großen Behälter direkt vorm Tempel, klatsche zweimal in die Hände und bete. Danach zieht man sich zurück und das wars.

Mission accomplished
Jetzt könnte man meinen, das sei es gewesen. Schließlich werden die Japaner auf dem Tempelkomplex ja keine große Party veranstalten, um Reibach zu machen...?!
Doch, doch, das tun sie.
Das alles mutete nämlich an wie eine kleine, billige Kirmes. Sogar Döner wurde verkauft. Auch Takoyaki, Okonomiyaki, Fisch am Spieß und anderer fettiger Fast-Food-Kram. Für die Unterhaltung der Kinder wurde auch gesorgt, denn die konnten Luftballons schießen und solche Späße.
Außerdem wurde Alkohol verkauft, nämlich warmer Sake. Der war ganz lecker und zu dieser kalten Jahreszeit auch gut zu gebrauchen, während man dort in der Schlange steht und darauf wartet endlich seine 5Yen in den Bottich zu werfen und um Glück und Gesundheit zu betteln (das Ganze endete für mich übrigens im genauen Gegenteil, aber davon später mehr. Nur soviel: Es hat schon einen Grund, wieso ich nicht der gläubigste Mensch auf dieser Erde bin.)
Außerdem wurden noch diverse Glückbringer in Pferdeform vom Tempel verkauft. Schlüssel/Handyanhänger zum Beispiel, oder Deko für die Tür.

Hier das alles noch einmal in Bildform:
Hier konnte man sich sowas wie ein Horoskop kaufen glaube ich. Für jeden Tag im Jahr gab es einen speziellen Zettel.



Ganz hinten ist das Hauptgebäude des Tempels. Drumherum sieht man die Fressbuden. Sehr dezent... nicht.


Zuckerwatte, Schokobanane am Spieß...

Unsere sehr unjapanische Hatsumode-Truppe


"Eine Frau isst einen Döner auf dem Tempelkomplex"

Fisch am Spieß,urgs

Die Glücksbringer und Svens komisches Gesicht

Hier konnte man sich im Angesicht von Mushu reinigen

Alkohol im Pappbecher. Wie es sich gehört




Der Ausflug durfte natürlich nicht ohne Döner für Sven zuende gehen...
Nachdem wir also am 01.01.2014 für Gesundheit und Glück gebetet hatten, lag ich am 02.01.2014 mit der fettesten Influenza die ich je hatte im Bett und konnte mich nicht mehr bewegen. Soviel zum Thema Gesundheit.

An diesem Tag sollten wir auch das erste Mal seit 6 Monaten Besuch aus Deutschland bekommen, in Form von Svens Schwester und Cousine und ich lag tot im Bett. Soviel zum Thema Glück.

Zusammenfassung: Ne.... Gott und ich sind wohl eher nicht so auf einer Wellenlänge. Aber solange es Katzen und Pokemon gibt, geht mir das am Arsch vorbei. (HÖRST DU MICH?! JA, DICH MEIN ICH, DU DRECKSACK!)

Während ich also im Bett lag und NICHTS machen konnte, hatte Sven eine tolle Woche voller Sehenswürdigkeiten und tollem Essen. Jeden Tag ein anderer Ort in Tokyo und was andres zu futtern, ohne kochen zu müssen. So stell ich mir den perfekten Urlaub vor.

Aber nicht Sven.
O-Ton: "Ich wär lieber totkrank im Bett gelegen und hätte dich losziehen lassen, als mir jeden Tag 10 Stunden diesen Scheiß zu geben und mir langweilige Sachen anzugucken."
Super.... Zu diesem Zeitpunkt hatten wir also auch rausgefunden, wie künftige Urlaube von uns aussehen werden: Während Sven den ganzen Tag faul am Hotelstrand liegen und sich die Plauze bräunen lassen wird, werde ich auf mich alleingestellt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit pilgern. Wie ein ordentlicher Touri mit Kamera um den Hals und Schweißrändern unter den Achseln. Also ein Grund zur Vorfreude, vor allem wenn man meinen Orientierungssinn mit ins Spiel bringt.
Ich sollte jetzt schonmal darauf sparen, mir irgendwann einen GPS Sender implantieren zu lassen, damit man mich immer irgendwie wiederfindet.

Wie auch immer. Zu einem Ausflug konnte ich mit und zwar als es zum Sky Tree ging. Mir ging es schon besser, wenn auch nicht so gut wie ich dachte (das sollte ich beim Fahrstuhlaufstieg in 450 Metern merken) und somit wurde mir gestattet, mitzukommen.
Da es hier nicht viel zu berichten gibt, außer dass es teuer war und 450 Meter in die Höhe ging, zeige ich nur ein paar kommentierte Fotos.


Japaner wissen, wie man Geld macht: Man muss einmal bezahlen um auf die erste Plattform in 350m Höhe zu kommen und dann nocheinmal, wenn man wirklich ganz nach oben möchte. Rund 21€ pro Person.



Mhh, schöner Smog




Ganz oben gab es diesen coolen Spiegelraum um Poserfotos zu machen

Ein Blick durch den Fußboden
 Nach dem Ausflug zum Sky Tree wollten wir noch zum Palastgarten, der aber leider schon geschlossen war. Daher nur ein Bild vor dem Gebiet.
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Als es mir dann wirklich wieder besser ging (das ist erst ein paar Tage her), hatte Monsieur wohl so viel Mitleid mit mir, dass er mir angeboten hat irgendwo mit mir hinzufahren wo ich gerne hinmöchte.
Ein Grund dafür könnte sein, dass ich ihm ganze 7 Tage lang die Ohren vollgequängelt habe, dass ich unbedingt mit will, als er mich jeden Morgen vor Antritt seines Touriabenteuers im Bett zurückgelassen hat.

Selbstverständlich habe ich diese Chance ergriffen und mich für DAS Ziel schlechthin entschieden...

Nämlich das Pokemon Center.

Mann, das war so toll! Ein ganzer Laden nur voll mit Pokemonzeug. Es war proppenvoll, aber der Großteil der Kunden waren erwachsene Nerds und keine Kinder. Ich musste mir mit einem angeschalteten 3DS samt Pokemon X im Gepäck also gar nicht doof vorkommen, denn ich war in bester Gesellschaft.
Um mich herum waren alle Leute komplett im Kaufrausch. Es wurde alles in die Einkaufskörbe geschmissen, was in Reichweite war. Vor allem Plüschtiere. Erst dachte ich mir "OH GOTT, DAS ALLES HIER IST LIMITIERT UND ES WIRD NUR HEUTE VERKAUFT, ICH MUSS SCHNELL SEIN UND DIE REGALE PLÜNDERN!" bis mir aufging, dass alle um mich herum einfach ne Macke hatten und es keinen besonderen Grund gab, sich den überteuerten Merchandisekram zu kaufen.
Das im Hinterkopf sank mein Puls wieder auf ein gesundes Niveau und ich konnte mich in aller Seelenruhe durch die Reihen quetschen um ein paar Fotos zu machen.




Vor dem Laden kampierten dutzende Fans. Alle hatten ihren 3DS an und arbeiteten getroffene StreetPass Bekanntschaften ab. Ein Mekka für neue Puzzleteile und Rette die Krone Helden






Selbstverständlich gibt es Schwämme in Pikachuform

..und Stempel

...und hunderte Plüschtiere





Pokemonkekse

Evoli und alle ihre Entwicklungsformen scheinen in Japan super beliebt zu sein. Neben Pikachu das Tierchen, das man hier am meisten in jedweder Merchandiseform sah



Little Tales scheint ein Dritthersteller für Pokemonmerchandise zu sein. Wirklich schöne, aber super teure Sachen











Auch Pokemonsuppe kann man hier kaufen







Sven hat das StreetPass-Fieber gepackt, er hat die ganze Zeit Begegnungen abgearbeitet



Für 100Yen kann man sich hier total tolle Kupfermünzen mit Pokemonmotiv pressen lassen


 Nachdem ich mich für ein kleines Psiana-Plüschtier und 2 gepresste Münzen als Andenken entschieden hatte und wir den Laden wieder verlassen wollten, sprach mich ein kleiner, schätzungsweise 10jähriger Japaner an und wollte mit mir Pokemon tauschen. Eins meiner Highlights.
Danach habe ich noch die Werbeplakate für zwei spezielle Events entdeckt.
Zum einen konnte man sich ein Iscalar runterladen und zum anderen, wenn man mit angeschaltetem Spiel ins Erdgeschoss geht, das PokemonCenter als "Passant" im PSS treffen und so eine spezielle O-Kraft bekommen.




Das Erdgeschoss war wirklich voller Menschen mit 3DS. Scheinbar kam StreetPass damit nicht zurecht und so habe ich nur 3 Leute von den geschätzten 50 getroffen. Echt schade


Sven hatte danach eigentlich schon wieder die Nase voll und wollte nach Hause. Aber ich konnte ihn dazu überreden, zumindest noch ein bisschen die Gegend zu erkunden. Zum Glück, denn nur 5 Minuten vom Pokemon Center entfernt ist das "World Trade Center Building". Ein 40stöckiges Gebäude. Bezahlt man 620Yen pro Person, darf man hier per Aufzug bis ganz nach oben fahren und einen Panoramaausblick auf Tokyo genießen.
Ein paar Bilder davon:

Nie zuvor habe ich mir sehnlicher eine bessere Kamera gewünscht



Die Weihnachtsdeko spiegelte sich in den Fenstern. Super Gelegenheit um Monsterschneemannfotos zu machen, whuaaa

Heiraten kann man hier auch

Der Tokyo Tower bei Nacht





Da fällt mir ein, dass ich noch nie ein Foto der japanischen Toiletten gepostet habe. Das hole ich hiermit nach


Jepp, diese Knöppe machen wirklich alle das, was dort steht

Mit diesem aufschlußreichen Klobild möchte ich den heutigen Blogeintrag schließen, denn mir sind in meinem Fieberwahn leider keine neuen Funny Facts eingefallen.