Donnerstag, 4. Juli 2013

Eine Tour durch Roppongi

Lange ist es her ( ja, ja, Entschuldigung!) aber jetzt folgt der nächste Blogeintrag.

Am Montag (01.07.2013) waren wir in Roppongi und darum soll es sich in diesem Eintrag auch drehen.

Ansonsten verliefen die letzten Tage relativ unspektakulär, da das Wetter hier echt mega ätzend ist, so launisch wie eine zickige Frau: Mal angenehm warm und luftig, im nächsten Moment unerträglich schwül, dann plötzlich wieder in Ordnung und eine Minute später bekommt man den Monsun seines Lebens ab und ist bis auf die Knochen nass - schwitzt aber trotzdem, weil es gleichzeitig wieder total schwül ist.

Unsere Ausflüge - abgesehen von Montag - beschränkten sich daher auf kurze, hektische Gänge zum Supermarkt und zurück und einmal in einen nahegelegenen Park, nur um die Umgebung weiter zu checken.

Nun aber zu Roppongi!
Roppongi ist ein - wenn nicht sogar "der" - dekadenter Stadtteil in Tokyo, wo eigentlich nur reiche Japaner und Ausländer wohnen. Die Monatsmiete für ein Apartment kann hier gut und gerne 2.000000 Yen (~15.000€) kosten, wenn es gut gelegen und für japanische Verhältnisse "groß" ist.
Gleichzeitig ist Roppongi auch ein Touristenmagnet, mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten. Nicht zuletzt wegen dieser hier:
Der Tokyo Tower: ungefähr 330 Meter hoch

Um überhaupt in diesen Stadtteil zu gelangen, mussten wir mal wieder die wahnsinnigen Bahnpreise in Kauf nehmen und haben dafür wieder Unmengen von unserem Pasmo-Guthaben verballert. Aber naja, wer hat auch gesagt, dass ein Touristenleben billig ist? Das muss man hier eben an allen Ecken akzeptieren, die Wucherpreise.

Auf den Tokyo Tower wollten wir nun noch nicht, da man dort zweimal Eintritt bezahlen muss, wenn man ganz nach oben möchte. Einmal, um bis auf eine mittlere Aussichtsplattform zu kommen und wenn man bis nach ganz oben will, noch einmal. Insgesamt werden es wohl um die 1500~2000 Yen sein, die wollten wir uns aber wie gesagt erstmal sparen und eventuell am Ende unserer Japanreise investieren.

Weiter ging es durch Roppongi. Verblüffend ist, dass in diesem eigentlich sehr zugebauten und hektischen Stadtteil recht viele schöne und auch große Parks und Gärten sind. Hier fühlte ich mich direkt heimisch, Wuppertal ist da ja ähnlich, wenn auch nicht so groß und auch wenn in Japan keiner "SCHAKKELINE, KOMM VON DIE HUNDEKACKE!" schreit (Weil erstens die Anzahl von Schakkelines in Japan wahrscheinlich gegen null geht und ich zweitens noch keinen einzigen vergessenen Hundehaufen gesehen habe. Die werden sehr penibel von den Hundehaltern entfernt. Beide Punkte finde ich sehr löblich.).

Sobald wir einen grünen Fleck gesehen haben, sind wir gleich mal hingegangen und haben ordentlich fotografiert. Hier ein paar unsortierte Eindrücke von diversen Parks und Gärten:



Die alte Frage:"...und wie kam das Schild auf den Rasen?"

Hier hat nur das das Tretbötchen in Schwanenoptik gefehlt


Das war die Hintergrundkulisse: Roppongi Hills Mori Tower. Shoppingcenter, Musum, Kino... alles in diesem Wolkenkratzer vorhanden



Ab und zu muss auch ein Kitschbild her










Es gibt in Japan keinen Ort, an dem kein Verbots- und Regelschild steht

Das sieht ja alles sehr schön aus... mhhh Roppongi, wunderbar. Erst geht man shoppen und danach lässt man in einem der Grünflächen (beziehungsweise daneben, den Rasen darf man ja nirgends betreten -.-) die Seele baumeln.... wenn man nicht gerade auf dem Weg dorthin einer riesigen Riesenspinne begegnet







Danach möchte man Bäume und Sträucher irgendwie meiden. Also ging es zu diversen Tempeln, an denen mangelt es hier nämlich auch nicht.
Bei einem Tempel war grad irgendwas im Gange, erst dachten wir an eine Hochzeit, aber vielleicht war es auch nur ein Geburtstag im traditionellem Stil.. oder eine Werbekampagne.

Sehr praktisch. Wenn man faul ist, kann man anstatt die Monstertreppe zu besteigen, auch die Rolltreppe nehmen. Wir haben die Treppe genommen... die, die rollt.



Die Zwei waren hier die Stars und hatten gerade eine Fotosession mit allem Drum und Dran.














Für den Rückweg blieb uns nur die Treppe... die echte

Und gleich noch ein Tempel. Hier war nichts los, also haben Julie, Sven und ich uns ein bisschen in japanischer Tradition versucht, uns an den kleinen Waschbecken (chōzuya) dem Ritus nach gewaschen und die Glocke geläutet, gefolgt von zweimaligem in die Hände klatschen.... achja und ein paar Yen in die Spendenkiste werfen.
Das chōzuya

Erst die rechte Hand, dann die linke Hand... oder doch umgekehrt?

An dieser Kordel rüttelt man, um die Glocke zu läuten



In der Umgebung des Shintō-Schreins




Danach ging es direkt weiter zum nächsten Tempel. Hier war die Halle geöffnet, also konnten wir auch einmal gucken, wie es innen aussieht.




Hier drinnen konnte man Räucherstäbchen anzünden wenn man wollte. Ansonsten saß man ruhig auf den Stühle und hat das Ganze einfach auf sich wirken lassen, die Atmosphäre war ähnlich unserer Kirchen, nur eben ein bisschen anders, von der Optik her.




Hier finden gerade die Vorbereitungen für das nächste Fest statt. Wenn ich mich nicht irre, müsste es das Sternenfest oder tanabata sein. Man schreibt seine Wünsche auf Zettel und hängt sie in Bambuszweige, wie man hier gut sieht





Ich hab mich riesig gefreut, Katzen zu sehen. Diese Beiden gehörten wohl zusammen. Der schwarz-weiße Kater hat mir die Ehre erwiesen und sich kurz von mir streicheln lassen. Das war das erste mal Streicheln seit über 2 Wochen. Tiere streicheln fehlt mir sehr T_T

Er hat nur noch einen Stummelschwanz, sah aber ansonsten gut beisammen aus


Der Eingang zu einem japanischen Friedhof

Selbst die Bänke in Japan sehen hübsch aus

Um diese ganzen Orte zu erreichen, mussten wir kreuz und quer durch Roppongi latschen. Ganze 7 Stunden waren wir unterwegs und am Ende entsprechend fertig.

Jetzt möchte ich noch so ein paar Fotos zeigen, die einfach zufällig entstanden sind und keiner großen Erklärung benötigen.


In dieser "Höhle" war es mega laut. Man konnte Ufo Catcher spielen und an diversen höchst tussigen Automaten Purikuras machen. Sozusagen Automaten, in denen man nach vorgegebenen Posen kleine lustige Fotos von sich und Freunden zusammen machen und danach verzieren kann. Diese Automaten waren speziell für Mädchen, weil sie die Augen automatisch größer gemacht haben, nur quietschige Hintergründe hatten und man die Fotos nachher nur ebenso quietschig verzieren konnte. Natürlich sind wir reingegangen :D

Der Automat des Grauens
Und das Ergebnis









Der schwarze Fleck links ist ein Rabe, der mich gephotobombed hat, als ich seinen Kumpel grad fotografieren wollte. Japanische Raben sind echt groß und haben ein viel eindrucksvolleres Krächzen, irgendwie.


























Man beachte das Volkswagenschild links im Hintergrund



Den Rasen darf man natürlich nicht betreten

Hier scheint die Selbstmordrate wohl besonders hoch gewesen zu sein, denn die Haltestelle ist vollkommen abgeriegelt, damit man nicht auf die Gleise kann




Das war also Roppongi, jedenfalls ein Teil davon.

Am nächsten Tag, also Dienstag sind wir wie gesagt zum nahegelegenen Park gegangen. Hier darf man tatsächlich auch den Rasen betreten. Ich freue mich schon auf das ein oder andere Picknick, wenn das Wetter ausnahmsweise mal mitspielt!




Einen Fisch haben wir entdeckt, die anderen haben sich wohl grad versteckt


Ich glaube das soll ein Hase sein


Ja, laut Freunden soll das hier ein Sportgerät sein. Das Schild mit der großen Aufschrift "NICHT BETRETEN" sagt aber was anderes :D


Hier habe ich das erste Mal Gebrauch von den Trinkbrunnen gemacht. Sehr praktisch


Und das war es auch schon!

Morgen, also Freitag den 05.07. werden wir mit Julie, Jerome und vielleicht ein paar anderen den Fuji besteigen. Und zwar Nachts!
Um 16:30 Uhr brechen wir von Nishitokyo auf, fahren ungefähr 2-3 Stunden bis in das Gebiet und dann per Bus die ersten 2500 Höhenmeter des Fuji hinauf. Ab da wird bis ~3800 Höhenmeter gelaufen/gekrabbelt/geklettert, um hoffentlich zum Sonnenaufgang ganz oben angekommen zu sein... Und danach müssen wir auch zu Fuß wieder runter!

Ich bin sehr gespannt wie das wird, denn ich habe mir schon diverse Horrorstories anhören müssen bzw. gelesen. Naja, ich werde dann zu gegebener Zeit von der Tour berichten und natürlich wieder Unmengen von Fotos machen!

2 Kommentare:

  1. Hallo Desiree, toll was du alles erlebst. Schön fleißig schreiben!Ich freue mich über jeden Bericht. Die Streicheleinheiten für deine Tiere habe ich bei jeden Besuch weitergegeben, mit den Hinweis, dass sie von dir sind. Wir versuchen Hope zu erziehen,schwer,schwer, aber nicht hoffnungslos. Dir noch eine spannende Zeit, viel Spass! Liebe Grüße an Sven
    Alles liebe von Peter und Anni

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