Heute möchte ich ein wenig über meine ersten Versuche berichten, die japanische Küche etwas kennenzulernen.
Sven und ich haben uns lange davor gedrückt japanisch zu kochen, einfach weil wir immer wie zwei Fragezeichen in den Supermärkten standen und mit den dortigen Zutaten nichts anfangen konnten.
Deshalb war unsere Ernährung echt einseitig: Kartoffeln, Reis mit Gemüse, Instantramen und solche Sachen.
Während einer schlaflosen Nacht (es ist übrigens jetzt 11 Uhr Vormittags und ich habe noch nicht geschlafen... jetzt werde ich den ganzen Tag wach bleiben) habe ich mich dann aber mal vor den Laptop gesetzt und ein bisschen recherchiert, was die japanische Küche so hergibt. Und ich war recht erfolgreich! Endlich habe ich für einen Teil der Lebensmittel einen Namen und weiß, was man so damit anstellen kann.
Ich hatte mir auch gleich zwei Rezepte rausgeschrieben: Okonomiyaki und Gebratener Renkon
Okonomiyaki heißt ganz grob übersetzt "brate, was du magst" und genau das tut man auch: Man benutzt Zutaten die man gerne mag / die übrig sind und macht daraus so etwas wie einen herzhaften Pfannkuchen.
Allerdings sollte man bei der Grundzutat bleiben und zwar Weißkohl. Was auch optional aber definitiv sehr sinnvoll ist, ist geriebene Nagaimo. Nagaimo ist eine Wurzel, die gerieben eigentlich keinen Eigengeschmack hat, aber super als natürlicher Kleber funktioniert. Da in Okonomiyaki viel gehacktes Gemüse, aber wenig Mehl drin ist, war das auf jeden Fall sehr hilfreich, denn so haftete auch wirklich alles aneinander.
Sven und ich haben zu unserem Okonomiyaki noch Frühlingszwiebeln und roten Ingwer gemischt.
Oben drauf kommt eine spezielle Okonomiyakisauce, dann Mayonnaise und zu guter letzt Katsuobushi (Fischflocken), das kann man aber auch alles weglassen, wenn man es nicht mag.
So sah das Ergebnis aus:
Hat sehr gut geschmeckt und war eigentlich ganz einfach. Okonomiyaki haben wir definitiv in unseren Speiseplan mit aufgenommen.
Für alle, die das auch einmal machen möchten, ich habe nach folgendem Rezept gekocht: http://www.japanesecooking101.com/okonomiyaki/
Dann war der gebratene Renkon dran, von dem ich leider kein Foto habe.
Renkon, oder Lotuswurzel, ist bislang meine liebste japanische Zutat, denn damit kann man wirklich viel machen und es schmeckt echt lecker. Wir haben den Renkon in Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln, Knoblauch und rotem Ingwer angebraten, mit etwas Soyasauce gewürzt und dann zu Reis gegessen.
Also auch ein einfaches und schnelles Gericht!
Dann habe ich mich auch noch an Wakamesalat, also Algensalat probiert, was mir auch gelungen ist. Wakame findet man übrigens auch in Deutschland, für alle die einmal Algensalat machen möchten.
Er kommt getrocknet in kleinen Plastiktüten in die Geschäfte. Zuhause weicht man ungefähr eine Hand voll (für zwei Personen) davon für 10 Minuten in Wasser ein, in der Zeit schneidet man eine Gurke in feine Scheiben und salzt diese gut. Dann einfach den Wakame und die Gurkenscheiben abgießen und ausdrücken (also wirklich in die Hand nehmen und quetschen) und vermischen. Ein paar Sesamkörner drauf, etwas Soyasauce wenn man mag und fertig. Ebenfalls gesund und lecker.
Jetzt zu etwas ungesundem: Das beste Eis der Welt!!
Das ist Wassermeloneneis. Es sieht aus wie eine Scheibe Wassermelone, sogar mit grünem Rand und mit Kernen im Fruchtfleisch drin (Schokostückchen) und das ganze ist mit Schokolade überzogen.
Schmeckt einfach großartig, vor allem weil es dem Wassermelonengeschmack wirklich extrem nahe kommt!
Wahrscheinlich wurde da soviel Energie und Aufwand reingesteckt, weil sich hier selten jemand eine Wassermelone leisten kann. Die kosten hier nämlich zwischen 15-25€. So bezahlt man nur 80Cent und hat auch Wassermelonengeschmack... plus viel mehr Kalorien zwar, aber dafür hat man ja auch Schokolade ;)
So, aber genug vom Essen und zu einem ernsteren Thema: Das Vorstellungsgespräch bei der Firma, die Videospiele übersetzt. Das war ein riesen Reinfall! Ich habe mich so auf das Vorstellungsgespräch gefreut und mich extrem gut vorbereitet und dann stellt sich alles als große Lüge heraus...
Aber von Anfang an:
Ich war natürlich überpünktlich, also habe ich mich ersteinmal dort im Ort etwas umgesehen und Zeit totgeschlagen. 10 Minuten vor dem Termin ging ich dann rein und stellte mich vor.
So ein typischer alter, grummeliger Japaner hat dann das "Gespräch" mit mir
geführt, wobei er mir eigentlich kaum Fragen gestellt hat, nur ob ich
schonmal als Übersetzer gearbeitet habe (ich habe vorher gesagt, dass
ich gerade erst meinen Uniabschluss in der Tasche habe, wie soll das
denn gehen?) und dass es ja ein langer, harter Weg ist, wenn man
Übersetzer werden möchte.
Ja, das ist mir klar und was sollte mir das sagen?
Wieso ich mich beworben habe, wieso ich gerade dort arbeiten will, was
meine Stärken/Schwächen sind, eben die typischen
Vorstellungsgesprächsfragen hat er mir gar nicht gestellt. Dabei saß ich schon auf heißen Kohlen und wollte meine toll vorbereiteten Argumente auspacken, von wegen "Wieso sollten wir ausgerechnet Sie nehmen und niemand anderen?"
Stattdessen ging es dann aber ans Eingemachte und dabei kam heraus: Weder
übersetzt die Firma derzeit Videospiele, noch haben die momentan überhaupt
irgendwelche Aufträge in Aussicht.
Das Spielegeschäft laufe ja so schlecht (bei der Aussage konnte ich echt
nur dumm aus der Wäsche gucken, denn das ist wirklich großer Blödsinn) und auf Aufträge für große Franchises
wie Metal Gear etc. hat irgendeine ganz bestimmte Firma das Monopol.
Deshalb übersetze man derzeit einfach nur stinknormale Texte, wenn denn
welche in Auftrag gegeben werden.
ABER, die Firma hat an die 50 freiarbeitende Übersetzer für europäische
Sprachen, die ja so gut sind, dass man die weiterhin nutzen wird und ich
würde deren Übersetzungen nur auf Fehler etc. prüfen.
Und "glücklickerweise" (im Ernst, das war der einzige Moment, als sich
das Gesicht dieses Mannes aufhellte) hat der Chef einer anderen
konkurrierenden Firma sich ja vor kurzem wegen Depressionen umgebracht
und deshalb sind sie jetzt wieder die einzigen, mit Übersetzern vor Ort.
Darauf lachte er.
Warum schreibt man in einer Jobanzeige, dass man Übersetzer für Videospiele sucht, wenn man weder Übersetzer sucht, noch Videospiele übersetzt?!
Und wie kommt man auf die bescheuerte Idee, einer frischen
Uni-Absolventin an den Kopf zu werfen, wieso sie denn noch nicht als
professionelle Übersetzerin gearbeitet hat, wenn sie doch als
Übersetzerin arbeiten möchte? Dass ich hobbymässig schon viel gemacht
habe, auch Vorzeigbares war ihm da recht egal. Ich hätte wohl schon mit Erfahrung geboren werden müssen, um da gut anzukommen.
Und wenn man wirklich nur Leute mit professioneller Erfahrung sucht,
wieso läd man denn dann so Frischlinge wie mich überhaupt ein? Ich habe
keinen Hehl daraus gemacht und irgendwas bei meiner Bewerbung
verheimlicht.
Zwar wurde mir jetzt nicht direkt ins Gesicht gesagt "Wieso haben Sie
denn bei dem Berufswunsch noch keine professionelle Erfahrung?" aber ich
bilde mir ein, dass seine Blicke genau das gesagt haben.
Naja, wie auch immer. Dann kam es zum angekündigten Test. In der Mail hieß es, dass Gespräch und Test zusammen etwa eine Stunde dauern.
Grummelchen eröffnete mir aber, dass ich jetzt 3 englischeTexte bekomme (
Themen waren Kunst, Chemie, und ein Text über Recht) und ich zwei
Stunden Zeit habe, um alle auf Deutsch zu übersetzen. Jau, danke für die
genaue Info im Voraus. Das war so auch nicht abgesprochen, aber gut.
Nach etwa 1:10 Stunden war ich fertig, wobei der Kunst und Chemietext
wirklich gut zu übersetzen waren, der letzte - scheinbar ein
Anwaltsschreiben - war aber echt hart. Das war so die Art Text, die man
als Deutscher in seiner eigenen Muttersprache schon kaum versteht und
das eben auf Englisch.
Danach wollte ich eigentlich nur schnell weg, weil ich sonst vor Wut geplatzt wäre und diesem alten Sack mal gehörig die Meinung geblasen hätte, aber NATÜRLICH fing es auf einmal an zu regnen, als wären wir in Wuppertal und ich saß fest. Eine Angestellte (die einzig freundliche Person dort) wollte mich bei dem Monsun nicht gehen lassen, also habe ich mich etwas abseits ans Fenster gesetzt und gewartet. Als der Regen auch nach 15 Minuten nicht aufhören wollte, wurde es mir aber zu doof und ich wollte gehen. Mir ist es wirklich egal, ob ich nass werde, wenn ich doch eh auf dem Heimweg bin und mich dann umziehen kann...
Widerwillig ließ sie mich dann gehen, wollte mir aber partout ihren Regenschirm andrehen, was ich natürlich ablehnte. Ich habe bestimmt 3 Minuten lang mit ihr darüber geredet, dass ich ihren Regenschirm bitte nicht haben möchte und letzendlich hat sie aufgegeben. Ich habe mich dann noch einmal freundlich bedankt und bin in den Aufzug gestiegen und in dem Moment als die Tür fast zu ist, wirft sie tatsächlich noch ihren Regenschirm durch die Lücke.
Was ich von diesem Vorstellungsgespräch für die Zukunft mitnehme? Einen Regenschirm. Mehr definitiv nicht.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen