Dienstag, 1. Oktober 2013

Taifun-Bowling, wie man sich auf dem Fest einer Koch/Back/Konditorei-Schule den Bauch vollschlägt und andere Kurositäten


Ich weiß, ich weiß. Das hat jetzt mal wieder viel zu lang gedauert. Aber einen Blogeintrag zu schreiben dauert soooo lange, ich muss mich immer dazu aufraffen.
Jetzt habe ich mich mal wieder aufgerafft, es hat sich auch genug angesammelt...

Wie im letzten Beitrag ja schon geschrieben, hatten wir vor einiger Zeit in Angriff genommen, hier mal bowlen zu gehen. Und zwar wollten wir dafür am nationalen Feiertag, einem Montag, nach Takadanobaba fahren. Dummerweise gab es für den Tag eine Taifunwarnung und es wurde der Bevölkerung geraten, einfach Zuhause zu bleiben. Großartig...
In der Nacht von Sonntag auf Montag hat es schon ordentlich gescheppert draußen, wir sahen unseren Plan also definitiv ins Wasser fallen (haha, Schenkelklopfer). Am Montagmorgen fuhren die Züge auch nicht gerade regelmäßig, das war also auch kein Grund zur Hoffnung. Gegen 14 Uhr besserte sich das Wetter aber und mittlerweile waren wir einstmals 3 Leute die gehen wollten, plötzlich 8 und sind einfach losgegangen.
Die Züge fuhren wieder und generell war von einem Taifun nichts mehr zu spüren, also war alles super.

Das Bowlen hat uns allen echt Spaß gemacht. Den Anderen, weil sie es können und mir, weil ich trotzdessen dass ich es überhaupt nicht kann, viel Blödsinn machen konnte.





Yuta, unser "Neuer" aus Osaka. Sein Ziel ist es Sushimeister zu werden und dann nach Deutschland auszuwandern.

Man konnte diese genialen Pin-Kostüme(Ja, Pin-Kostüme, nichts anderes ist das!) ausleihen.Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.






Aus irgendeinem Grund hatte Chris eine Pandamütze und eine Skibrille eingepackt

Zeitweise lag Jerome punktemäßig sogar hinter mir. Das hat ihm ziemlich den Rest gegeben


Das wird jetzt neue Mode



Und so ging ein lustiger Tag zuende.


Ein paar Tage später sind Sven uns ich ins nahe gelegene Tokorozawa gefahren. Dort liegt direkt neben der Bahnstation eine recht große Fußgängerzone mit vielen Geschäften. Wir wollten da einfach nur bummeln gehen. Daher nur ein paar Fotos:
Nächstes Wochenende ist hier "Oktoberfest"

legoartige Bausätze für allerlei Tierchen




Ein Kühlschranktierchen, das einen begrüßt, wenn man den Kühlschrank öffnet und sich beschwert, wenn man ihn zu lange offen lässt. Genial, aber irgendwie nutzlos





Ist das Ding nicht schön?

"Leider" haben schöne Dinge ihren Preis, wie man sieht: Ein Teil kostet zwischen ~25 und 35€ aufwärts

Das habe ich fotografiert, weil ich es eigentlich gern haben würde. Fragt sich nur, ob ich das Set in einem Stück nach DE bekomme



Ganz schön stark, oder? Leider auch vieeeel zu teuer (knapp 1000€ wenn ich mich recht erinner)

Er hier ist mit knapp 480€ ja fast erschwinglich
 Aber genug von teuren, schönen Dingen und zurück zum üblich kindlichen Kitsch und Kram:
Das hier lag schon eher in meinem Budget





Ich möchte auch einen Korb voller Yoshis haben


Ein deutsches Märchen in einem japanischen Kaufhaus

Man sieht und vorallem hört es nicht, aber diese beiden Bäume sind von echt vielen, kleinen, sehr lauten Vögeln bewohnt

Sonnenuntergang in Tokorozawa



Der Anfang der Fußgängerzone

Disney ist hier auch recht beliebt

Selbstverständlich gehört dieser wunderschöne Katzenhandschuh nun mir. Schließlich war das ein 100Yen Shop
Nach diesem Trip waren unsere Sinne mal wieder vollkommen überlastet und es ging nach Hause.


Zwei Tage später waren wir wieder fit und machten uns auf den Weg nach Shinjuku zum Hanazono Tempel. Dort sollte laut Internet jedes Wochenende ein Antikflohmarkt sein, den wir uns mal anschauen wollten.

Wir hatten uns scheinbar genau den richtigen Tag ausgesucht, denn in der Stadt liefen direkt zwei Veranstaltungen ab: Einmal eine religiöse Feier, (ich glaube es nennt sich Wasshoi Fest, habe aber keine Ahnung worum genau es geht) wo die Männer, recht leicht bekleidet und ein paar Frauen so etwas wie einen kleinen Tempel auf ihren Schultern tragen (jedenfalls sieht es so aus, aber ich habe wirklich keinen Schimmer), während andere in ebenfalls traditioneller Kleidung folgen. Dazu tönen sowas wie Glockenklänge.
Hier ein Video, damit man sich vorstellen kann, was ich gerade krampfhaft zu erklären versucht habe :D






 






Die andere Veranstaltung war eine Demo gegen Rassismus, hiervon nur ein paar Fotos:




Dann ging es zum Tempel. Leider war das ganze nicht so toll, wie es im Internet geklungen hat. Auf dem "Antikflohmarkt" boten die Leute zwischen wirklich nutzlosem alten Krempel ein paar hübsche Dinge an, die scheinbar aber "Made in China" waren und nicht echt.
Beim Tempel gabs auch nicht viel zu sehen.


















Ein Messer aus Solingen











Nachdem wir dort dann 15 Minuten waren, sind wir noch durch Shinjuku geschlendert. Tatsächlich machte eine andere Begegnung diese Enttäuschung wett. Aber erstmal ein paar Fotos von den kleinen Seitengassen, wo echt viel zu sehen ist.
Yaaay, Sailor Moooooon








Hier wohnt die Rollergang, angeführt von der Rollatoromi





Ein paar Eisblöcke



Und da war sie....

Miezeeeeeeeeeeee!!!!
 Sie hat sich ganz geduldig von mir streicheln lassen, sah die ganze Zeit aber etwas angenervt aus.



Tschüss du süßer Fellpopo
Und das war unser Ausflug nach Shinjuku.

Wiederum ein paar Tage später sind wir nach Shibuya gefahren, um dort ein bisschen rumzulaufen und hoffentlich einen Platz am Fenster von Starbucks zu bekommen (Nein, das war unmöglich) um eine der wohl berühmtesten Straßenkreuzungen der Welt zu fotografieren.
Außerdem wollte ich unbedingt zur Hachiko Statue, die direkt am "Hachiko Exit" des Bahnhofs liegt.

Jeder kennt wohl die Geschichte vom treuen Akita-Hund "Hachiko", der 1923 von einem Professor aufgenommen wurde und diesen seitdem jeden Tag zum Bahnhof von Shibuya brachte und dort wieder abholte. Selbst nach dem Tod des Professors wartete Hachiko treu auf sein Herrchen und wurde deshalb zu einer kleinen Berühmtheit.
Wer die Geschichte tatsächlich nicht kennt, kann sich ja den gleichnamigen Film mit Richard Gere mal ansehen, aber legt Taschentücher bereit... ich habe euch gewarnt :D

Das ist er, der treue Hachiko





 Danach ging es weiter in die Innenstadt.




Sie stand da als wir kamen und stand immer noch da, als wir zurückgekommen sind. Ich glaube niemand ist auf ihr Angebot eingegangen. Könnte auch daran liegen, dass nur wenige geschnallt haben, was auf dem Schild steht :D








 Gegen Abend, es war Freitag, wurde es immer voller und voller. Wir haben uns dann auf den Heimweg gemacht. Nochmal schnell bei Hachiko vorbei und ab ging es in den überfüllten Zug nach Hause.


Zu guter letzte (oh Mann, ich hab keine Lust mehr zu schreiben T_T) waren wir letzten Sonntag auf dem Fest der Schule, wo unsere Konditorin Eunmi Schülerin ist. Dort konnten die Schüler zeigen was sie konnten, ihre Leckereien verkaufen und die Besucher konnten teilweise selbst Hand anlegen und sich an verschiedenen Dingen versuchen. Abgesehen davon war dort alles mit 100~200Yen recht günstig, sodass man sich den Bauch mit den leckersten Sachen vollschlagen konnte. Unter anderem ein Brötchen mit Nüssen drin, ooooh Gott, ich vermisse Brötchen so sehr.
Mit einer aus Essstäbchen und Gummibändern gebastelten Waffe, konnten die Kinder auf kleine Figuren schießen.. auch die großen Kinder

Wettrennen zwischen Sven und mir: Wer kann in 30 Sekunden mehr Bohnen mit den Stäbchen fassen und auf den anderen Teller verfrachten? Ich natürlich, muahahaha.
Pfannkuchen mit Banane und Mandeln, dazu Kaffee. Perfeeeekt
Neben den Pfannkuchen haben wir noch von den besagten Brötchen gefuttert, außerdem Eclairs mit Apfel-Sahne oder Maccha-Füllung, Kuchen aus schwarzem und grünen Tee, Kekse, süßes Brot mit irgendeinem Zuckerzeug drin und so weiter.
Vollgefuttert ging es dann ans Selbermachen. Wir wollten einen Marzipanhund und eine traditionell japanische Anko (Bohnenpaste) Süßigkeit nach Anleitung machen.

Man brauch ganz schön viel Werkzeug, um so einen Marzipanhund zu machen





Das fertige Tierchen sieht dann so aus
Mein Marzipanhund sieht ein bisschen "benachteiligt" aus, aber fürd erste Mal bin ich zufrieden
Danach waren die Anko-Süßigkeiten dran. Wir hatten drei verschiedenfarbige Ankokugeln: Eine braune, eine pinke und eine weiße. Zuerst presste man die Weiße zwischen den Handflächen platt und setzte die pinke Kugel darauf, die man dann ebenfalls plattdrückte. Dann hatte man einen Kreis, der auf der einen Seite weiß und auf der anderen pink war. Zuletzt kam die braune Kugel auf die pinke Fläche. Nun musste man das Pinke um... ach egal

Fast fertig




Vom Betrachter aus links ist die Anko Süßigkeit der Konditorin, rechts meine
Und das wars... puh, endlich.

Montag, 16. September 2013

Ich war auf "Kurzarbeit" :D

Vor einiger Zeit habe ich unerwartet eine Mail von der internationalen Schule bekommen, wo ich mich als Kunstlehrerin für die Kinder dort beworben hatte, aber leider nicht genommen wurde.
Nun suchte man für zwei Termine, wo der eigentliche Kunstlehrer (es ist jemand mit ner pädagogischen Ausbildung, da konnte ich also verstehen, dass sie ihn mir vorgezogen haben) keine Zeit hat aber einen Ersatz und so hat man mich gefragt. Naja, für zwei mal je 1 1/2 Stunden Arbeit 5000Yen (40€), klar, wieso auch nicht?

Einen Termin habe ich schon hinter mir und es war erstaunlich gut. Die Kinder waren um die 4 Jahre alt und entgegen meiner Erwartungen hörten sie 1a auf mich! Keine Spur Nörgelei, Zickigkeit, Unverschämtheit, nichts! Darunter waren japanische, amerikanische und englische Kinder.

Aber von Anfang an: Die Schule ist in Azabujuban, da ist die Highsociety Japans unterwegs und anscheinend gehen deren Kinder zum Teil auch auf diese Schule. Grundsätzlich habe ich mich also völlig fehl am Platz gefühlt :D
An der Station angekommen war ich mal wieder vollkommen verloren, denn sie hat 7 Ausgänge und ich hatte vergessen, welchen ich damals als ich das Vorstellungsgespräch hatte genommen habe. Mein GPS auf dem Handy hat mal wieder nicht funktioniert, also habe ich einen Japaner gefragt, der mich dann in eine Richtung lotste.
Zwischen teuer anmutenden Läden und Restaurants irrte ich dann durch diesen unglaublich riesigen und hektischen Teil Tokyos... und verlief mich schnell wieder. Kurzerhand fragte ich eine Japanerin, die mit ihrer kleinen Einkaufstasche aus einem offensichtlich sehr teuren Geschäft und dem Sonnenschirm um ihren weißen Teint beizubehalten voll ins Bild passte - im Gegensatz zu mir in Leinenhosen und Videospiele T-Shirt.
Hier machte sich dann sofort wieder einmal bemerkbar, woher die Japaner ihren guten Ruf hatten: Sie holte ihr Handy raus, suchte per GPS und bot mir dann direkt an, die Strecke mit mir zu gehen, damit ich auch wirklich ankomme. Unglaublich! Natürlich habe ich abgelehnt, aber sie meinte es wäre kein Problem und ging tatsächlich mit mir. Ich habe mich total über diese Geste gefreut und mich im Anschluss, als ich wiedererkannt habe wo ich war, tausendmal bedankt.

So, dann war ich also da.... und sicher erinnert ihr euch an das Fiasko mit den Zügen beim letzten Mal, als der gesamte Zugverkehr stillstand? Ja, deshalb wollte ich diesmal auf Nummer sicher gehen und bin riiiiiiiiichtig früh los. Da es aber keinerlei Komplikationen gab (außer dass ich kurzzeitig in Azabujuban verlorenging) war ich jetzt 45 Minuten zu früh und es war natürlich brühend heiß.
Zum Glück war aber direkt gegenüber der Schule ein kleiner Park samt Bäumen und Sitzbänken. Dort habe ich mich dann hingesetzt und noch etwas gelesen.
Rechts hiervon ist ein Restaurant mit Preisen, die Azabu gut widerspiegeln: Nichts unter 6500Yen (knapp 55€). Ich glaube das teuerste kostete 13500 Yen(knapp über 100€)

Wie immer ist es nicht erlaubt, den Rasen zu betreten








Etwas zu schmunzeln gab es auch hier, denn an den umzäunten Bäumen hing dieses Schild:

"Bitte lassen Sie ihre Hunde nicht an die Bäume oder das Grün urinieren"
Ja aber wohin denn dann? Auf die Steine? Ist das etwa besser? Sehr lustig.
Kurz darauf kam eine Frau mit zwei Schnauzern an der Leine, die sobald sie diesen Bereich betrat plötzlich anfing zu laufen. Und ich wusste genau wieso, denn das tue ich auch immer mit meinen Hunden, wenn ich nicht will, dass sie gerade dort hinmachen, wo ich gerade mit ihnen lang gehe. Ich musste mich soooo zusammenreißen nicht zu lachen, als diese buchstäblich feine Dame mit ihren zwei frisierten Schnauzern in der Hitze plötzlich anfing zu rennen, damit ihre Köter nirgends hinpinkeln, umgeben von tollem Rasen und schönen Bäumen, also eigentlich das Hundeparadies hahaha.

Danach war es auch soweit und ich machte mich auf den Weg zur "Arbeit".
Wie gesagt war es wirklich ganz nett. Ich hatte nur 4 Kinder und mir stand eine Erzieherin zur Seite, die mir geholfen hat. Ich hatte geplant, mit den Kindern 3D Schmetterlinge aus bunten Crepepapierkügelchen zu machen, was sie auch gut fanden und ihnen scheinbar Spaß gemacht hat. Wo ich auf Englisch nicht weiterkam, habe ich Japanisch geredet und alle haben meine Anweisungen verstanden, klasse. Ich war zufrieden, die Chefin scheinbar auch. Am Ende haben sich alle Kinder ganz artig bei mir bedankt und verabschiedet "See you next week, Miss Desi" und wurden dann von ihren Eltern abgeholt.
Nächste Woche basteln wir daran zuende.

Als ich dann aus der Schule gegangen bin und die erste Straße überqueren wollte, musste ich warten bis alle Autos vorbeigefahren sind... ja, klar, logisch. Aber als ich näher hinsah, blieb mir wieder der Mund offen: Es fuhr wirklich kein einziges Auto eines Normalsterblichen an mir vorbei. Da war ein Hummer, ein Porsche, die dicksten Audikarren und Mercedes. Keine Spur Nissan oder sowas. Jetzt würde ich wirklich furchtbar gerne wissen, wie hoch die Mieten der Wohnungen in Azabu sind, die Richtung Hauptstraße zeigen. Wahrscheinlich immer noch unbezahlbar, aber wer will denn da wohnen?!

Naja, das war jedenfalls mein erster und vorletzter Arbeitstag.
Hier noch ein paar Fotos von Nakai, der Station an der ich umsteigen musste.
Hier sieht man die Plastikattrappen der Gerichte gut. Das machen die meisten Restaurants, damit die Gäste sich vorstellen können, was sie dort bestellen könnten.

Ja, ich hab das Restaurant nur wegen dem Hund fotografiert :D




Danach habe ich auch noch ein Video von dem Weg aus der U-Bahn-Station gemacht (weil der Weg so lang ist), leider völlig verwackelt, weil ich möglichst dezent filmen wollte und die Kamera deshalb ganz unauffällig neben meiner Hüfte gehalten habe. Nicht mein genialster Moment, aber nunja. Vielleicht uploade ich das trotzdem irgendwann mal.



Ein paar Tage danach haben Sven und ich einen Spaziergang gemacht, da es einigermaßen frisch draußen war. Ohne viele Worte auch davon ein paar Fotos:




Man beachte das Dach, deshalb habe ich das Haus fotografiert.


Eines von den vielen kleinen Gemüsefeldern hier in der Gegend




Kastanienbäume



Ein Friedhof



Bambus, direkt neben einer Hauptstraße


Jawoll....

Einer der kleinen Gemüsehändler, bei denen wir immer einkaufen




Und dann hat mich Emily, meine Freundin aus England, überrascht als sie mir das hier schenkte:


OH MEIN GOTT, DUNKLES BROOOOOT
Richtig deutsches Brot, aus einer Bäckerei. Auf der Rückseite steht in Katakana:
 "ロッゲンフォル コンブロート"
Na, wer möchte sich mal daran versuchen? Einfach per Google nach "Katakana" suchen und anhand der Liste übersetzen. Ich schreibe die Lösung am Ende des Eintrags ;)


Morgen (16.September) ist hier nationaler Feiertag und eigentlich wollten wir Bowlen gehen. Aber natürlich kommt genau passend eine Taifunwarnung, sodass das wohl sprichwörtlich ins Wasser fällt und wir Zuhause bleiben (müssen). Während ich hier sitze rauscht und heult es draußen auch schon ordentlich :/ Tja, Pech gehabt.


So, zu guter Letzt habe ich letztens noch einen schönen Sonnenuntergang fotografiert:




Und um einen Kontrast zu schaffen, hier noch ein Foto der letzten Party:
Der Job des japanischen Herren da unten links ist übrigens Anime- und Mangazeichner. Leider weiß ich nicht konkret von welchen Projekten, muss ich ihn mal fragen...

Und das wars auch mal wieder!


Die Lösung für das Katakanarätsel ist: Roggenvollkornbrot! Und ja, es war lecker :)

Mittwoch, 4. September 2013

Meine letzten Errungenschaften

Nur ein kleiner bebildeter Eintrag über die Dinge, die ich einfach kaufen musste.
Eigentlich laufe ich ja täglich an irgendeinem Kram vorbei, den ich am liebsten sofort hätte, aber ich kann mich da gut zurückhalten. Bei diesen Sachen aber nicht und das lag vor allem daran, dass sie wirklich erschwinglich waren.

Zu allererst einmal meine neue Zahnbürste:
Welcher Nintendofan könnte sich bei einem Preis von 105Yen da zurückhalten?


Valkyrie Profile für die PSX wollte ich schon lange haben, wenn man sich aber die eBay Preise anguckt, überlegt man sich es schnell anders... 
Bei einem Preis von 500Yen, geht der Wunsch endlich in Erfüllung :D Der Book-Off Store hatte echt viele tolle alte Spiele, das wird also nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Zu guter letzt habe ich heute in einem der vielen Geschirrwarenläden diese Schalen entdeckt.
Generell haben japanische Geschwirrwarenläden Dinge, von denen man in Deutschland als Fan von niedlichem Krimskrams nur träumen kann: Diverse Tee-/Sakekännchen in Tierform (besonders beliebt sind Katzen und Hasen), zig Gläser und Tassen mit den niedlichsten Motiven die man sich vorstellen kann, Besteck mit Tierköpfen, Essstäbchen in tollem Design, Bentoboxen mit Tiermotiven und und und... das alles auch recht günstig! Wie zur Hölle bekomm ich das alles bloß nach Deutschland?!

Diese beiden Schalen haben zusammen 1155Yen gekostet.

Diese dient jetzt als Obstschale

Und die als Müslischale


Sobald ich nen Job hab....

Dienstag, 3. September 2013

Japanisches Essen und "Das bescheuertste Vorstellungsgespräch in das man geraten kann"

Heute möchte ich ein wenig über meine ersten Versuche berichten, die japanische Küche etwas kennenzulernen.
Sven und ich haben uns lange davor gedrückt japanisch zu kochen, einfach weil wir immer wie zwei Fragezeichen in den Supermärkten standen und mit den dortigen Zutaten nichts anfangen konnten.
Deshalb war unsere Ernährung echt einseitig: Kartoffeln, Reis mit Gemüse, Instantramen und solche Sachen.

Während einer schlaflosen Nacht (es ist übrigens jetzt 11 Uhr Vormittags und ich habe noch nicht geschlafen... jetzt werde ich den ganzen Tag wach bleiben) habe ich mich dann aber mal vor den Laptop gesetzt und ein bisschen recherchiert, was die japanische Küche so hergibt. Und ich war recht erfolgreich! Endlich habe ich für einen Teil der Lebensmittel einen Namen und weiß, was man so damit anstellen kann.

Ich hatte mir auch gleich zwei Rezepte rausgeschrieben: Okonomiyaki und Gebratener Renkon

Okonomiyaki heißt ganz grob übersetzt "brate, was du magst" und genau das tut man auch: Man benutzt Zutaten die man gerne mag / die übrig sind und macht daraus so etwas wie einen herzhaften Pfannkuchen.
Allerdings sollte man bei der Grundzutat bleiben und zwar Weißkohl. Was auch optional aber definitiv sehr sinnvoll ist, ist geriebene Nagaimo. Nagaimo ist eine Wurzel, die gerieben eigentlich keinen Eigengeschmack hat, aber super als natürlicher Kleber funktioniert. Da in Okonomiyaki viel gehacktes Gemüse, aber wenig Mehl drin ist, war das auf jeden Fall sehr hilfreich, denn so haftete auch wirklich alles aneinander.
Sven und ich haben zu unserem Okonomiyaki noch Frühlingszwiebeln und roten Ingwer gemischt.


Oben drauf kommt eine spezielle Okonomiyakisauce, dann Mayonnaise und zu guter letzt Katsuobushi (Fischflocken), das kann man aber auch alles weglassen, wenn man es nicht mag.

So sah das Ergebnis aus:
Hat sehr gut geschmeckt und war eigentlich ganz einfach. Okonomiyaki haben wir definitiv in unseren Speiseplan mit aufgenommen.
Für alle, die das auch einmal machen möchten, ich habe nach folgendem Rezept gekocht: http://www.japanesecooking101.com/okonomiyaki/

Dann war der gebratene Renkon dran, von dem ich leider kein Foto habe.
Renkon, oder Lotuswurzel, ist bislang meine liebste japanische Zutat, denn damit kann man wirklich viel machen und es schmeckt echt lecker. Wir haben den Renkon in Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln, Knoblauch und rotem Ingwer angebraten, mit etwas Soyasauce gewürzt und dann zu Reis gegessen.
Also auch ein einfaches und schnelles Gericht!

Dann habe ich mich auch noch an Wakamesalat, also Algensalat probiert, was mir auch gelungen ist. Wakame findet man übrigens auch in Deutschland, für alle die einmal Algensalat machen möchten.
Er kommt getrocknet in kleinen Plastiktüten in die Geschäfte. Zuhause weicht man ungefähr eine Hand voll (für zwei Personen) davon für 10 Minuten in Wasser ein, in der Zeit schneidet man eine Gurke in feine Scheiben und salzt diese gut. Dann einfach den Wakame und die Gurkenscheiben abgießen und ausdrücken (also wirklich in die Hand nehmen und quetschen) und vermischen. Ein paar Sesamkörner drauf, etwas Soyasauce wenn man mag und fertig. Ebenfalls gesund und lecker.

Jetzt zu etwas ungesundem: Das beste Eis der Welt!!

Das ist Wassermeloneneis. Es sieht aus wie eine Scheibe Wassermelone, sogar mit grünem Rand und mit Kernen im Fruchtfleisch drin (Schokostückchen) und das ganze ist mit Schokolade überzogen.
Schmeckt einfach großartig, vor allem weil es dem Wassermelonengeschmack wirklich extrem nahe kommt!
Wahrscheinlich wurde da soviel Energie und Aufwand reingesteckt, weil sich hier selten jemand eine Wassermelone leisten kann. Die kosten hier nämlich zwischen 15-25€. So bezahlt man nur 80Cent und hat auch Wassermelonengeschmack... plus viel mehr Kalorien zwar, aber dafür hat man ja auch Schokolade ;)


So, aber genug vom Essen und zu einem ernsteren Thema: Das Vorstellungsgespräch bei der Firma, die Videospiele übersetzt. Das war ein riesen Reinfall! Ich habe mich so auf das Vorstellungsgespräch gefreut und mich extrem gut vorbereitet und dann stellt sich alles als große Lüge heraus...

Aber von Anfang an:
Ich war natürlich überpünktlich, also habe ich mich ersteinmal dort im Ort etwas umgesehen und Zeit totgeschlagen. 10 Minuten vor dem Termin ging ich dann rein und stellte mich vor.
So ein typischer alter, grummeliger Japaner hat dann das "Gespräch" mit mir geführt, wobei er mir eigentlich kaum Fragen gestellt hat, nur ob ich schonmal als Übersetzer gearbeitet habe (ich habe vorher gesagt, dass ich gerade erst meinen Uniabschluss in der Tasche habe, wie soll das denn gehen?) und dass es ja ein langer, harter Weg ist, wenn man Übersetzer werden möchte.
Ja, das ist mir klar und was sollte mir das sagen?
Wieso ich mich beworben habe, wieso ich gerade dort arbeiten will, was meine Stärken/Schwächen sind, eben die typischen Vorstellungsgesprächsfragen hat er mir gar nicht gestellt. Dabei saß ich schon auf heißen Kohlen und wollte meine toll vorbereiteten Argumente auspacken, von wegen "Wieso sollten wir ausgerechnet Sie nehmen und niemand anderen?"

Stattdessen ging es dann aber ans Eingemachte und dabei kam heraus: Weder übersetzt die Firma derzeit Videospiele, noch haben die momentan überhaupt irgendwelche Aufträge in Aussicht.
Das Spielegeschäft laufe ja so schlecht (bei der Aussage konnte ich echt nur dumm aus der Wäsche gucken, denn das ist wirklich großer Blödsinn) und auf Aufträge für große Franchises wie Metal Gear etc. hat irgendeine ganz bestimmte Firma das Monopol. Deshalb übersetze man derzeit einfach nur stinknormale Texte, wenn denn welche in Auftrag gegeben werden.
ABER, die Firma hat an die 50 freiarbeitende Übersetzer für europäische Sprachen, die ja so gut sind, dass man die weiterhin nutzen wird und ich würde deren Übersetzungen nur auf Fehler etc. prüfen.
Und "glücklickerweise" (im Ernst, das war der einzige Moment, als sich das Gesicht dieses Mannes aufhellte) hat der Chef einer anderen konkurrierenden Firma sich ja vor kurzem wegen Depressionen umgebracht und deshalb sind sie jetzt wieder die einzigen, mit Übersetzern vor Ort. Darauf lachte er.

Warum schreibt man in einer Jobanzeige, dass man Übersetzer für Videospiele sucht, wenn man weder Übersetzer sucht, noch Videospiele übersetzt?! Und wie kommt man auf die bescheuerte Idee, einer frischen Uni-Absolventin an den Kopf zu werfen, wieso sie denn noch nicht als professionelle Übersetzerin gearbeitet hat, wenn sie doch als Übersetzerin arbeiten möchte? Dass ich hobbymässig schon viel gemacht habe, auch Vorzeigbares war ihm da recht egal. Ich hätte wohl schon mit Erfahrung geboren werden müssen, um da gut anzukommen.
Und wenn man wirklich nur Leute mit professioneller Erfahrung sucht, wieso läd man denn dann so Frischlinge wie mich überhaupt ein? Ich habe keinen Hehl daraus gemacht und irgendwas bei meiner Bewerbung verheimlicht.
Zwar wurde mir jetzt nicht direkt ins Gesicht gesagt "Wieso haben Sie denn bei dem Berufswunsch noch keine professionelle Erfahrung?" aber ich bilde mir ein, dass seine Blicke genau das gesagt haben.

Naja, wie auch immer. Dann kam es zum angekündigten Test. In der Mail hieß es, dass Gespräch und Test zusammen etwa eine Stunde dauern.
Grummelchen eröffnete mir aber, dass ich jetzt 3 englischeTexte bekomme ( Themen waren Kunst, Chemie, und ein Text über Recht) und ich zwei Stunden Zeit habe, um alle auf Deutsch zu übersetzen. Jau, danke für die genaue Info im Voraus. Das war so auch nicht abgesprochen, aber gut.

Nach etwa 1:10 Stunden war ich fertig, wobei der Kunst und Chemietext wirklich gut zu übersetzen waren, der letzte - scheinbar ein Anwaltsschreiben - war aber echt hart. Das war so die Art Text, die man als Deutscher in seiner eigenen Muttersprache schon kaum versteht und das eben auf Englisch.
Danach wollte ich eigentlich nur schnell weg, weil ich sonst vor Wut geplatzt wäre und diesem alten Sack mal gehörig die Meinung geblasen hätte, aber NATÜRLICH fing es auf einmal an zu regnen, als wären wir in Wuppertal und ich saß fest. Eine Angestellte (die einzig freundliche Person dort) wollte mich bei dem Monsun nicht gehen lassen, also habe ich mich etwas abseits ans Fenster gesetzt und gewartet. Als der Regen auch nach 15 Minuten nicht aufhören wollte, wurde es mir aber zu doof und ich wollte gehen. Mir ist es wirklich egal, ob ich nass werde, wenn ich doch eh auf dem Heimweg bin und mich dann umziehen kann...
Widerwillig ließ sie mich dann gehen, wollte mir aber partout ihren Regenschirm andrehen, was ich natürlich ablehnte. Ich habe bestimmt 3 Minuten lang mit ihr darüber geredet, dass ich ihren Regenschirm bitte nicht haben möchte und letzendlich hat sie aufgegeben. Ich habe mich dann noch einmal freundlich bedankt und bin in den Aufzug gestiegen und in dem Moment als die Tür fast zu ist, wirft sie tatsächlich noch ihren Regenschirm durch die Lücke.

Was ich von diesem Vorstellungsgespräch für die Zukunft mitnehme? Einen Regenschirm. Mehr definitiv nicht.